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Monday, 18 November 2013

Lorem Ipsum


Hat sich eigentlich auch schon mal jemand gefragt, woher der Standard-Fülltext "Lorem Ipsum" kommt?

"Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipisicing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat. Duis aute irure dolor in reprehenderit in voluptate velit esse cillum dolore eu fugiat nulla pariatur. Excepteur sint occaecat cupidatat non proident, sunt in culpa qui officia deserunt mollit anim id est laborum."

Ich habe nun (nach Jahren des Mich-wunderns-und-doch-nichts-unternehmens) endlich mal recherchiert und bin auch fündig geworden: Diesen einfachen "Dummy-Text" gibt es nämlich seit den 1500er Jahren, als ein unbekannter Drucker Zeile von Wörtern nahm und sie spontan in ein Musterbuch druckte. Dieser Text hat in der Folge nicht nur 5 Jahrhunderte überlebt, sondern auch den Sprung ins elektronische Zeitalter, und das praktisch unverändert.
Lorem Ipsum ist aber nicht einfach irgendein Text, sonder hat seine Wurzeln in der antiken Literatur von 45 v.Chr. Ein Professor aus Virginia (USA) hat nämlich herausgefunden, dass die Passage aus den Sektionen 1.10.32 und 1.10.33 von "de Finibus Bonorum et Malorum" von Cicero stammt.
Und warum benutzt man einen Dummy-Text? Ganz klar: damit man, wenn es hauptsächlich ums Layout geht, nicht vom Text abgelenkt wird. Lorem Ipsum stellt eine mehr oder weniger normale Buchstabenverteilung dar (besser als: sdlfkjasdofuWGJTÖLSKDGNVJÄLHJVOJGlskdNGLKjlsjflajdfgljaeglk) und sieht auf den ersten Blick wie lesbares Englisch aus. Der Text hat übrigens auch seinen eigenen Web-Auftritt: http://www.lipsum.com/

Tuesday, 8 May 2012

Ruhe bewahren

 Wer in London (oder generell in Großbritannien) in ein Souvenir-Geschäft geht, begegnet vielen Artikeln mit dem Logo "Keep calm and carry on". Zeit, ein wenig Licht auf das rätselhafte Motto zu werfen. So muss niemand danach fragen, wenn ich dann in der Schweiz heiße Ofenware mit meinem neuen Keep-calm-and-carry-on-Ofenhandschuh serviere :-) und die Nicht-Blog-Leser werden entlarvt! Aber das wissen die ja (noch) nicht *hehe*


Jedenfalls wurde das Propaganda-Poster (das war es nämlich ursprünglich, siehe unten) von der Britischen Regierung 1939 produziert, um die Moral der Britischen Bevölkerung im Falle einer Invasion zu heben. Es wurde jedoch nur sehr limitiert verbreitet und erfuhr dadurch auch keine weite Bekanntheit. Im Jahr 2000 wurde das Plakat wiederentdeckt und von einer Reihe privater Firmen erneut veröffentlicht. Ist auch klar: Stichwort Wirtschaftskrise!


Und zum Schluss noch ein Zitat aus Wikipedia: "The poster's popularity has been attributed to a "nostalgia for a certain British character, an outlook" according to the Bagehot column in The Economist, that it "taps directly into the country's mythic image of itself: unshowily brave and just a little stiff, brewing tea as the bombs fall."
http://en.wikipedia.org/wiki/Keep_Calm_and_Carry_On

Friday, 22 July 2011

Der Countdown läuft: Tag fünf - Vor ca. 1800 Jahren...


Was mich schon länger interessiert hat ist die Tatsache, dass es mehrere Tube- und Bushaltestellen gibt, die mit "-gate" enden. Nach einer ausführlichen Wikipedia-Recherche ;-) kann ich nun Folgendes berichten:

Um 200 bauten die Römer eine strategische Stadtmauer um Londinium. Vermutlich war der Einfall von Pikten im Norden Britanniens der Grund dafür, da die - von Erfolgshunger beflügelt - in den 180er Jahren den Hadrianswall überrannt hatten. Diese Stadtmauer, sie heißt "London Wall", war nebst dem Hadrianswall und dem Straßennetz eines der größten Bauprojekte der Römer in Britannien. Insgesamt wurden mehr als 1'300 Schiffsladungen mit circa 85'000 Tonnen Steinen aus Kent nach London verfrachtet. Die London Wall war knapp fünf Kilometer lang, hatte eine Dicke von zwei bis drei Metern und war sechs Meter hoch. Bis ins späte Mittelalter bildete diese Mauer die Grenze von London.

Natürlich braucht eine Stadtmauer auch Tore (sogenannte "Gates"), damit Händler und Reisende nicht nur "London von außen" besichtigen konnten (sprich eine sechs Meter hohe Mauer). Bis 350 gab es sechs solcher Tore, die Zahl wurde wegen der rasant wachsenden Bevölkerungszahl im Mittelalter erhöht. Als London schließlich im Mittelalter seine Jurisdiktion ausweitete, wurden auch die Grenzen der Stadt über die London Wall hinaus ausgeweitet (v.a. auch in Richtung Westen).

So kommt es, dass heute das Zentrum Londons - die City - eigentlich im Osten ist. Wer durchs moderne Bankenviertel spaziert, findet unzählige Kirchen, die von der langen Geschichte Londiniums zeugen.

Die London Wall (blau) wird südlich von der Themse begrenzt. Rechts (rot) schließt sie an den Tower von London (Gefängnis, heute Heimat der Kronjuwelen) an.

Kleine Teile der ursprünglichen London Wall sind auch heute noch in der City zu entdecken. Hier ein Bild von Cripplegate. (Ob sie dort wohl nur die "Verkrüppelten" rein und raus gelassen haben?)