Showing posts with label Theater. Show all posts
Showing posts with label Theater. Show all posts

Friday, 16 December 2011

Ein weihnachtlicher Abend



Am Montag habe ich mir einen Theaterabend gegönnt. Auf dem Programm stand "A Christmas Carol" von Charles Dickens. Eigentlich hat es Dickens ursprünglich als Kurzgeschichte konzipiert, aber es existiert auch eine "Ein-Mann-Theater-Version" (vermutlich von Dickens selbst anno dazumals ebenfalls aufgeführt). Diese Version habe ich gesehen. Simon Callow hat den Zuschauern die Geschichte während 90 Minuten erzählt (ohne Pause!) und dabei mit wenigen Requisiten die verschiedenen Sequenzen aufleben lassen. Ein raffiniertes Bühnenbild und etwas Audio-Unterstützung an den richtigen Stellen haben das Übrige zu einem kurzweiligen Theaterabend getan. Die Geschichte habe ich ja bereits in einem früheren Blogeintrag (bei Tags auf "Charles Dickens" klicken) zusammengefasst. Theater ist halt immer nochmals ein Stücklein spezieller als Kino, wenn "richtige" Personen live auf der Bühne spielen. Und eine beachtliche Leistung vom Schauspieler, so viel Text in eineinhalb Stunden ohne Pause (und Aussetzer!) vorzutragen...


Thursday, 10 November 2011

London = Kultur pur

Die verbleibenden sechs Wochen bevor ich ausgiebigen Urlaub in der Schweiz mache (fast zweieinhalb Wochen!) werden rosig - in kultureller Hinsicht. Hier ein kleiner Ausblick, was ich alles genießen werde (schließlich soll das tagtägliche Schuften und Schaffen auch seine Früchte tragen!):

  • 19.11. "Castor and Pollux" in der English National Opera (eine Barock-Oper von Rameau, jedoch auf Englisch gesungen, leider)
  • 26.11. "Chamber Music Society" in der Wigmore Hall (Kammermusik mit einem Überraschungsprogramm für mich, kenne keines der Stücke)
  • 5.12. "Wicked" im Apollo Victoria Theatre (erst mein zweites Musical hier in London! "Wicked" ist die Vorgeschichte der guten und bösen Hexe aus "Der Zauberer von Oz")
  • 12.12. "A Christmas Carol" (mit Simon Callow, falls das jemandem etwas sagt. Charles Dickens' Klassiker und wohl berühmtester Roman. Hoffentlich schaffe ich es noch, den vorher zu lesen)
  • 16.12. "Messiah" in der Royal Albert Hall (darauf freu ich mich am meisten. Erstens kenne ich die Royal Albert Hall noch nicht und zweitens gefällt mir Händel einfach unglaublich gut. Der Messias wird mit einem 700 köpfigen Chor inszeniert!)
  • 17.12. "La Traviata" im Royal Opera House (eine 'must have seen' Oper, die ich noch nicht kenne. Das hole ich nun endlich nach)
  • 14.1. "One Man, two Guvnors" im Adelphi Theatre (britische Slapstick Komödie. Ist zwar erst im neuen Jahr, aber als Ausblick auch äußerst erfreulich)

Die Royal Albert Hall. Bereits leer ein wahrer Augenschmaus.

Sunday, 6 November 2011

Ein pseudo-kulinarischer Abend


Gestern Abend hab ich ein neues Theater kennengelernt: das National Theatre (Teil des Southwark Centres, da wo auch die Royal Festival Hall und die Hayward Gallery sind). Marita und ich haben uns ein Stück von Arnold Wesker – "The Kitchen" – (geschrieben 1959) angesehen.


Ohne den Inhalt zu kennen, habe ich vor einigen Wochen zwei Theaterkarten gekauft (die Kritiken waren schließlich super!). Plätze hatte es nur noch in der letzten Reihe für 12 Pfund. So gingen wir mit der Einstellung, dass wir es finanziell wenigstens nicht bereuen würden, wenn uns das Stück nicht gefiele. Wir sind aber positiv überrascht worden: das Theater ist nicht so wie die "traditionellen" Gebäude am West End gebaut, sondern ein moderner und großzügig ausgelegter Bau (von außen aber ein hässlicher Betonklotz, wie das ganze Southwark Centre, aber es kommt schließlich auf die inneren Werte an, wie man so schön sagt). Viel Platz für die Beine und gute Sicht auf die Bühne, auch von der letzten Reihe aus. Auch akustisch hat man die Schauspieler sehr gut verstanden.


Das Stück selbst war sehr überraschend (das hat man davon, wenn man sich vorher nicht informiert!). Es spielt 1957 in der Küche vom "The Tivoli" Restaurant in London. Die Besetzungsliste umfasst sage und schreibe 32 Namen! Zu Beginn war es etwas schwierig in die Geschichte reinzukommen (die erste Hälfte zeigte auch mehr das Chaos, das herrscht, wenn 1500 (hier imaginäre) Gerichte zubereitet werden müssen), zumal fast alle Schauspieler gleich aussahen (Kellnerinnen in roter Uniform, Köche in weißen Kitteln). Dieser Effekt wurde von der hintersten Reihe aus noch verstärkt. In der zweiten Hälfte kristallisierte sich dann doch ein klarer Handlungsstrang heraus.

Zeitweise wurden synchron ausgeführte Bewegungen mit Musik begleitet.
Ein Theater-Küchen-Koch-Tanz. 

Extrem gut choreographiert war das Stück auch. Dies war zwingend nötig, wenn alle Schauspieler gleichzeitig auf der Bühne im Eiltempo umherschwirrten! Gekocht haben sie natürlich nur mit "Luft". Aber die Bewegungen waren äußerst präzise. Das hab ich bemerkt, als ich mich mal länger auf einen Schauspieler konzentrierte. So hat sich der Zwiebelschneider zum Beispiel immer wieder die Tränen getrocknet und die imaginäre Zwiebel rechtzeitig um 90 Grad gedreht.

Monday, 19 September 2011

The 39 Steps

Am Samstag verbrachte ich einen unerwartet amüsanten Abend. Mit einer Freundin besuchte ich das Criterion Theatre am Piccadilly Circus und genoss "The 39 Steps". Ursprünglich ein Buch von John Buchan, ist die Story vor allem durch Alfred Hitchcock's Verfilmung aus dem Jahre 1935 bekannt. Ein Kanadier (Hanney) geht aus Langeweile an eine West End Show in London und trifft dort auf eine Deutsche, die - als Schüsse abgefeuert werden - mit ihm in seine Wohnung flüchtet. Dort erzählt sie ihm von den "39 Steps" (ohne weiter darauf einzugehen) und einer Spur, der sie zu folgen gedenkt. Leider wird sie in derselben Nacht ermordet und Hanney (als Tatverdächtiger) muss flüchten und macht sich auf die Spur in den Britischen Norden, die er auf einem Zettel in der Hand der Toten gefunden hat. Und so nimmt die Geschichte seinen Lauf.

Das Theaterstück hat jedoch nicht den Anspruch eines Thrillers. Zwar ist die Geschichte dieselbe, aber das Stück wird von total nur vier Schauspielern vorgeführt: Hanney (Hauptrolle), eine Frau, die die vier weiblichen Charaktere verkörpert und zwei weitere Schauspieler, die alle anderen Rollen übernehmen. Hierbei entstehen so viele urkomische Situationen, dass das ganze zu einer Komödie wird. Ein Muss für alle London-Besuchende! Mit wärmster Empfehlung von mir :-)




Sunday, 11 September 2011

Ein stürmischer Nachmittag



Gestern war ich im Theatre Royal Haymarket und habe William Shakespeare's "The Tempest" gesehen. In der Hauptrolle als Prospero: Ralph Fiennes (bekannt aus Filmen wie "The English Patient", "Harry Potter"). Methinks, das war eine tolle Inszenierung! Zwar hat das ganze Stück (inklusive Pause) drei Stunden gedauert und die Sitze waren nicht die bequemsten (für £20 kann man wohl nicht viel mehr erwarten), aber die Schauspieler haben gute Arbeit geleistet, das Bühnenbild war toll (es wurde viel mit Licht gearbeitet, was die unterschiedlichsten Stimmungen hervorgerufen hat) und schließlich ist auch das Material an sich sehr unterhaltsam; nebst ernsten Themen wie Rache und Betrug gab es Nebenhandlungen, die mit ihrem Humor das Stück auflockerten und die drei Stunden sehr kurzweilig machten. Shakespeare sei dank :-)

Prospero mit dem Königssohn und seiner Tochter Miranda

Ralph Fiennes ist übrigens immer wieder auf der Bühne zu sehen:
  • 1985: Twelfth Night, A Midsummer Night’s Dream and Ring Round The Moon at the Open Air Theatre
  • 1986: Night and Day and See How They Run at Theatr Clwyd; Me Mam Sez, Don Quixote and Cloud Nine at the Oldham Coliseum; Romeo & Juliet and A Midsummer Night’s Dream at the Open Air Theatre
  • 1987-1988: Six Characters in Search of an Author, Fathers and Sons and Ting Tang Mine at the National Theatre
  • 1988 – 1991: The Plantagenets, Much Ado about Nothing, King John, The Man Who Came to Dinner, Playing with Trains, Troilus and Cressida, King Lear and Love’s Labour’s Lost at the RSC
  • 1995: Hamlet at the Hackney Empire and on Broadway, for which he won a Tony Award
  • 1997: Ivanov at the Almeida
  • 2000: Coriolanus and Richard II at the Gainsborough Film Studios and in New York
  • 2001: The Play What I Wrote at the Wyndham’s Theatre
  • 2003: Brand at the RSC; The Talking Cure at the National Theatre
  • 2005: Julius Caesar at the Barbican
  • 2006: Faith Healer at the Gate Theatre Dublin and Broadway
  • 2007: First Love at the Sydney Festival
  • 2008: Oedipus at the National Theatre; God of Carnage at the Gielgud Theatre
  • 2011: The Tempest (Prospero) at the Theatre Royal Haymarket

Und ich bin äußerst froh, dass Ralph Fiennes seinen Lord Voldemort Look aus den Harry Potter Filmen abgelegt hat:






Sunday, 24 July 2011

Der Countdown läuft: Tag drei - Betrayal


Gestern Abend waren Marita und ich im Comedy Theatre und haben "Betrayal" von Harold Pinter gesehen. Harold Pinter war ein echter "Londoner": er wurde in Hackney (gar nicht weit von wo ich jetzt wohne) geboren und ging an die Royal Academy of Dramatic Art (ohne jedoch abzuschließen). Insgesamt hat Pinter über 50 Auszeichnungen erhalten, darunter den Nobelpreis für Literatur 2005. Drei Jahre später starb er an Krebs.
"Betrayal" ist eines seiner bekanntesten Stücke, geschrieben in 1978 und hat auch autobiographische Züge. Thematisch geht es, wie der Titel schon besagt, um verschiedene Arten von Betrug. Die Handlung dreht sich um Emma und Robert - ein Ehepaar. Emma hat mit Roberts bestem Freund Jerry während acht Jahren eine Affäre. Erst nach zwei Jahre nach Beendigung der Affäre erfährt sie jedoch, dass Robert selbst jahrelang fremdging. Das raffinierteste am Stück (und was in den 1970er Jahren, als das Stück geschrieben wurde, sehr innovativ war) ist die "reverse chronology". Das heißt das Stück beginnt am Ende der Affäre (1977) und endet als sich Jerry und Emma zum ersten Mal heimlich treffen (1968). So gibt es für den Zuschauer doch ein Happy End, wenn auch der etwas anderen Art :-)
Es gibt zwar keine grossartigen Handlungen oder viel Action, aber das Stück lebt vom trockenen Humor der Dialoge. An einem Stück aufgeführt dauert es etwa 90 Minuten. Und ich habe sogar eine Hollywood Schauspielerin live gesehen: Kristin Scott Thomas spielte die Rolle der Emma, aber auch die beiden Männer (Douglas Henshall und Ben Miles) waren sehr stark!

Ein Ausschnitt aus dem offiziellen Poster zum Theaterstück.