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Saturday, 10 August 2013

Wortmeldung aus dem Sommerloch



Im Sommer ist ja bekanntlich nicht allzu viel los - alle sind im Urlaub oder liegen faul im Schwimmbad. Alle? Nein – eine unermüdliche Person arbeitet selbstverständlich fleissig weiter, hatte aber zugegebenermassen nicht allzu viel Energie, um sich ihrem Blog zu widmen. Ein fast nicht zu vergebendes Versäumnis!

Ich war also (noch) nicht im Urlaub, sondern habe seit den Semesterprüfungen Ende Juli / anfangs Juli meine Energie ins Deutsch Unterrichten gesteckt und einige Sommervertretungen an der Schule übernommen. Ein nettes Feriengeld für mein London-Wochenende, das bereits in drei Wochen ansteht!

Monday, 14 May 2012

Abschied – drittletzter Tag



Letztes Jahr gab es einen außerordentlich schönen Frühling: im April und Mai hatten wir angenehm warme Temperaturen in den 20ern und tagelang blauen Himmel. Spaziergänge in Londons zahlreichen Parkanlagen oder auf dem Hampstead Heath (ein Villenviertel mit viel Grünfläche und Traumausblick auf die Stadt) waren fast schon obligatorisch!

Tuesday, 25 October 2011

Schon eine Woche ist's her...

...seit ich aus dem Urlaub zurückgekommen bin! Wahnsinnig schnell vergeht die Zeit nicht nur während den Ferien, sondern auch hier in London. Aber ich habe ja noch einen etwas detaillierteren Bericht versprochen. Also. Um 4.50 Uhr am Donnerstag früh hat mein Wecker geklingelt. Dann bin ich aufgestanden und habe meine Zähne geputzt und ... hehe. So detailliert nun doch nicht ;-)

Zwischenstopp zum Fotografieren. Man bemerke den tiefblauen Himmel!

Grundsätzlich haben wir zwei Tage mit Reisen verbracht (dauert je nach Verbindung sechs bis acht Stunden). Auf dem Hinflug gab's eine Zwischenlandung in Madrid, wo ich Cornelia getroffen habe und auf dem Rückflug haben wir zusätzlich noch einen Stopp auf Gran Canaria eingelegt. Somit verblieben uns noch vier Tage auf der Insel. Am Freitag standen Strand, Meer und Sonne auf dem Programm. Leider lag unser Hotel zwar am Meer, aber nicht direkt an einem Sandstrand. Aber per Bus kamen wir ziemlich schnell am Ziel an. Tja. Was kann ich zu dem Tag sagen. Ich bin definitiv keine Strandperson (was ich ja eigentlich schon vorher wusste, es mir nun aber wieder bestätigt wurde). Meine Haut hat generell keine Freude an direkter Sonneneinstrahlung und wenn man Sonnencreme eingeschmiert hat, klebt danach natürlich der Sand an Beinen und Armen und sowieso. Das Meer war aber angenehm kühl und natürlich salzig (auch hier: Swimmingpools werden von mir bevorzugt). Am Abend hatte ich dann Sonnenallergie in den Kniekehlen, habe aber einen Tag mit Nichtstun, Musikhören, Lesen und Fotografieren sehr genossen.

Einer meiner (kläglichen) Versuche, den Strand zu genießen. Hat etwa 10 Minuten angedauert. Man bemerke den Sand, der mir an den Beinen klebt... Für mein kleines extra vor Ort gekauftes Sonnenschirmchen war es leider viel zu windig :-(


Während den nächsten drei Tagen haben Cornelia und ich ein Auto gemietet, um den Rest der Insel bequem erkunden zu können. Natürlich standen auch da Strand-Bade-Zwischenhalte an. Die Insel ist sehr vielfältig. Nebst hellen und dunklen (vulkanischen) Sandstränden ist sie im Innern sehr gebirgig, teils sogar mit rötlich gefärbtem Gestein. Das Auto hatte den Vorteil vor dem Bus, dass wir jederzeit und jederorts anhalten und unsere Digitalkameras zum Schwitzen bringen konnten. Ein Total von 413 Fotos ist beim mir zusammengekommen.

In unserem Renault, dem Tapferen.

Nebst Herumreisen und am Strand sein haben wir auch sehr fein gegessen. Die Kanarischen Inseln gehören ja zu Spanien, darum standen oft Tapas, Tortillas oder Fisch auf dem Menü. Eine der Spezialitäten ist die Mojo Sauce, mit viel Knoblauch und anderen Kräutern. Die tut man zum Beispiel auf Gschwellti.

 So schön war's, in Fuerteventura! Aber das nächste Mal will ich doch lieber auf die Kanalinseln (statt auf die Kanarischen Inseln) reisen.




Monday, 3 October 2011

Hampton Court Palace

Das war aber erst die Hälfte meines Wochenendes! Denn am Sonntag bin ich (per Bus) zum Hampton Court gefahren. Henry VIII hat dort zeitweise gelebt. Im 16. Jahrhundert ist der königliche Hof nämlich im Land herumgezogen. Dies hatte politische Gründe, aber auch ganz praktische: die rund 600 Leute, die zum Hof gehörten, hatten nach einiger Zeit alles "weggefressen" (man vergebe mir den Ausdruck) und mussten weiterziehen, damit sich die Umgebung wieder "erholen" konnte (übrigens wurden für alle Nahrungsmittel korrekt bezahlt).

"Auffahrt" zum Hampton Court. Leider mit Gerüst, aber man bemerke auch hier wieder den strahlend blauen, wolkenlosen Himmel

Hampton Court selbst ist ein recht großer Palast, zuerst von Kardinal Wolsey erworben, dem König geschenkt und dann stetig ausgebaut. Henry VIII war der erste Monarch, der dort gewohnt hat, aber unter William III (1689-1702) wurde Hampton Court nochmals so richtig großzügig und prunkvoll ausgebaut. Dementsprechend hab ich nur ungefähr zwei Drittel der ganzen Anlage gesehen.

Innenhof, wo alle Gäste willkommen geheißen wurden und noch immer werden. Die vielen Türmchen auf den Dächern sind übrigens Schornsteine. Also keine kalten Füße für die Bewohner im Winter!

Mit einem Audioguide ausgerüstet habe ich zuerst eine Tour durch die Küche gemacht. Das ganze hat satte 40 Minuten gedauert. Das lässt die Größe erahnen. Regelmäßig musste die Küchenmannschaft für 600 Leute kochen (zu Spitzenzeiten sogar für bis zu 12'000!). Das erforderte nicht nur genaue Planung sondern auch harte körperliche Arbeit. Fleisch wurde geröstet, da dies die "strengste" Zubereitungsart war (den Spieß mit etlichen Kilo Fleisch am heißen Feuer drehen) und der König somit seinen Gästen zeigen konnte "Seht, ich kann mir geröstetes Fleisch in rohen Mengen leisten" - sozusagen. Übrigens waren überall dem 16. Jahrhundert entsprechend verkleidete Leute im Palast unterwegs - teils für Demonstrationen (in der Küche), oder auch nur für Fotos und Fragen der Besucher (ich habe sogar King Henry VIII höchst persönlich gesehen!).

Englische Pies (hier natürlich nur Attrappen). Der Teig diente übrigens als "Backform", am Tisch entfernte man den Deckel und löffelte den Pie aus. Der Resten wurde weggeschmissen.

Danach ging's durch die Gemächer von Henry VIII und anschließend (schließlich war es wunderschönes Wetter) ein ausgedehnter Spaziergang mit Parkbänkli-Pause durch die riesige Gartenanlage. Zum Palast gehört übrigens auch der älteste Tennisplatz, der noch in Gebrauch ist (aber nur etwa halb so groß wie der Wimbledon Tennisplatz ist).

Solche Bäume hab ich noch nicht oft (wenn überhaupt) gesehen

Entfernter Blick auf den Palast

Gartenanlage aus der Zeit William III

Das Orangenbäumchen genießt die sommerliche Hitze

Blick von weiten auf den Seitenflügel von Hampton Court

Damit die Wege einwandfrei bleiben, hat die Besucher-Pferdekutsche eine besondere "Rossbollen"-Vorrichtung erhalten

Und weil's so schön ist, noch ein Innenhof mit perfektem Bitte-Nicht-Betreten-Garten



klug - klüger - am klügsten

Das (vermutlich) letzt schöne sommerliche Herbstwochenende wollte ich nicht nur langweilig zu Hause sitzend verbringen. Vor allem da ich (seit April) zum ersten Mal einen freien Samstag hatte! Gesagt getan, am 1. Oktober machte ich einen Ausflug nach Cambridge. Und was für einen tollen!

Der alte / ehemalige Esssaal des Queens' College vom einen der Innenhöfe her gesehen

Mit ein paar Tipps einer meiner Schüler ausgerüstet (sie hat selber in Cambridge studiert), fuhr ich per Zug und Bus in die Universitätsstadt. Am Abend habe ich sie um einiges kluger verlassen. Zum einen ist natürlich die Atmosphäre an sich schon äusserst "intelligent" und zum andern hab ich eine zweistündige geführte Tour zu Fuss durch das Herz der Stadt gemacht, was sehr interessant war! Und einen kleinen Teil dieses neuen Wissens gebe ich nun an dich - lieber Leser - weiter :-)

Cambridge hat heute ungefähr 115'000 Einwohner und liegt am Fluss Cam. Eine Klammer zur Aussprache: "Keimbridsch", aber "Käm". Gegründet wurde sie von den Römern, danach waren im Laufe der Jahrhunderte die Wikinger, Anglosaxen und Germanen "zu Gast". Um Cambridge herum ist das britische "Silikon Valley" gelegen.

Stadtzentrum: links der Fluss Cam, dann die alten herrschaftlichen Colleges

Die University of Cambridge wurde schließlich 1209 gegründet. Und zwar, weil in der "other town" (also Oxford) Unruhen zwischen Studenten und Bürgern der Stadt ausbrachen. Als schließlich zwei Studenten gehängt wurden, weil sie eine Frau ermordet haben sollen, wurde die Oxford University (kurzzeitig) geschlossen und einige der Studenten "flohen" nach Cambridge. Natürlich war die Universität ausschließlich für Jungs (die kamen damals bereits im Alter zwischen 13 und 15 Jahren an die Universität). Aus diesem Grund sind die Gebäude auch wie ein Kloster angelegt. Man ass, schlief und studierte dort. Die ersten Frauen wurden übrigens erst 1869 zugelassen (aber nicht wirklich akzeptiert). Erst nach dem 2. Weltkrieg änderte sich dies und 1980 hat schließlich auch das letzte College Frauen zugelassen. Heute ist von dem überhaupt gar nichts mehr zu merken...

Innenhof des King's College

Übrigens haben Cambridge und Oxford ein weltweit einzigartiges System: es gibt die University of Cambridge, aber um sich dort immatrikulieren zu können, muss man sich bei einem der Colleges (z.B. Queens' College, King's College oder Trinity College) bewerben. Am College schläft und isst man und hat einen Teil one-to-one Tuition pro Woche. Vorlesungen und Seminare besucht man an der Universität.

Alle Rasen sind in perfektem Zustand. Auch bei den Rändern gibt es keinen einzigen zu langen Grashalm. Natürlich gilt bei dieser Schönheit "Betreten verboten"

Das reichste College ist übrigens das Trinity College. Henry VIII hatte dem College dazumal extrem viel Land geschenkt (so besitzt es auch in London Grundstücke). Alleine von diesem College kommen 32 Nobel-Preisträger! Offenbar konnte man früher von Cambridge nach Oxford laufen, ohne jemals Universitätsboden zu verlassen (ob das immer noch möglich ist, weiss ich nicht).

Saturday, 1 October 2011

Hitzewelle

Ja - es ist tatsächlich wahr! Seit Mittwoch haben wir strahlend blauen Himmel (kein Wölklein in Sicht!) und satte 28°C :-) Wer sagt denn in England gäbe es keinen Sommer? Man muss nur bis Ende September / Anfangs Oktober warten! Dieses Traumwetter soll noch bis Montag anhalten, danach sinken die Temperaturen und in der Tube wird es wieder erträglicher werden...

Vor lauter Sonnenschein hat sich sogar die Themse gebräunt



Monday, 26 September 2011

Darf ich es wagen...?

Kaum zu glauben, die Wetteraussichten für diese Woche! Zeigt sich der Sommer doch noch in London? Wir werden sehen! :-)



Friday, 8 July 2011

Ein Plädoyer für den englischen Sommer

Ein mieser und regnerischer Sommer wie ich ihn momentan erlebe hat auch positive Aspekte. Die will ich an dieser Stelle mal hervorheben.

- kein Heuschnupfen
- keine Mücken die einen nächtelang plagen
- Bei konstanten Temperaturen um 20 Grad braucht man eigentlich gar keine Sommerkleider-Garnitur. Ich kann also Geld UND Kleiderschrankplatz sparen.
- Sommerschuhe braucht es auch nicht (im Prinzip reichen sogar ein Paar Schuhe: Gummistiefel oder Wellingtons, auf Englisch; die gibt es sogar mit modischem Keilabsatz)
- Man erlebt erfreulich positive Überraschungen: bei der einen U-Bahn Station bei strömendem, die Schuhe aufweichenden und Füsse pflotschnass machenden Regen einsteigen und bei zaghaftem Sonnenschein und blauen Lücken im Himmel aussteigen. So schätzt man jeden noch so klitzekleinen Sonnenstrahl gleich umso mehr.
- das neue In-Accessoire: der Regenschirm. Es gibt ihn in allen Farben, Formen und Größen. Man kann ihn sogar modisch der Handtasche anpassen (je nach Geldbörse).
- Erstaunlicherweise bin ich bisher auch noch keinen grusigen Nacktschnecken begegnet. Ist wohl zu kalt für die :-)
- Unterrichten und Lektionen vorbereiten fallen einem viel leichter wenn es draußen in Strömen regnet als wenn herrliches Sommerwetter ist und man ja doch nicht raus kann/darf.
- Das Wetter ist ja generell ein beliebtes Gesprächsthema hier in England. So wird doch jedes Gespräch gleich viel spannender...
- Eine neue Lieblingsbeschäftigung: bei Regen im Café sitzen und Leuten ohne Regenschirm zusehen, wie sie sich durch's Nass kämpfen. Da sieht man schon mal die eine oder andere Plastiktüte (oder Zeitung) auf dem Kopf der Passanten.

Das Foto ist zwar gegoogelt, solche Regengüsse gibt es aber hin und wieder mal zu sehen und leider auch zu erleben.