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Tuesday, 10 December 2013

Eisige Poesie

In der Weihnachtszeit bedarf es auch mal des einen oder anderen Gedichts mehr. Hier ein schönes, wenn auch etwas trauriges Stück von Christian Morgenstern (1871-1914) mit zwei dazu passenden Illustrationen.


Werner Wittig. Der Seufzer zu Christian Morgenstern (1985).




Der Seufzer
Ein Seufzer lief Schlittschuh auf nächtlichem Eis
und träumte von Liebe und Freude.
Es war an dem Stadtwall, und schneeweiss
glänzten die Stadtwallgebäude.

Der Seufzer dacht' an ein Maidelein
und blieb erglühend stehen.
Da schmolz die Eisbahn unter ihm ein –
und er sank – und ward nimmer gesehen.




Michael Zander. Der Seufzer.

Thursday, 24 October 2013

Herbstliche Poesie

Die schöne Seite vom Herbst


Folgendes Gedicht war kürzlich im Tages-Anzeiger abgebildet und hat mir gefallen. Es heisst zwar "Winternäbu" und es ist ja eigentlich erst Herbst, aber erstens ist der Nebel ja bereits fast täglich zu Gast und zweitens muss man seiner Zeit ja immer ein bisschen voraus sein. Und sowieso: am Sonntag beginnt die Winterzeit. Hier ist dieses Mundart-Sonett also: "Winternäbu" von Carl Albert Loosli (1877-1969) – eine gute Gelegenheit, den Berner Dialekt hervorzuholen :-)

Wen im Winter, dick u schwär,
Füechte Näbu alls verchleidet,
Das eim ds Läbe fasch verleidet,
O, wie wird eim ds Gmüet da schwär!

Mi weis nid warum, wohär,
Das me trückt isch un alls leidet,
Ds Läbe tüecht eim wie abgweidet,
Win es ääckigs, gmüjsems Gchär.

U mi blanget na der Sunne,
Na der Sunnen u na Lärme;
's möcht fasch sy was wett, wo räblet.

Het me däwäg paar Tag gspunne,
Gspunne gäng am glyche Thärme,
Töt's eim schier, we's gäng no näblet!



PS: Es ist übrigens ein Sonett, nicht weil es "so nett" ist, sondern wegen der Form: zwei Verse mit je vier Zeilen (hier mit a-b-b-a Reim) und dann zwei Verse mit je drei Zeilen ( mit c-d-d Reim). Das noch als Nachtrag und weil ich mein Wissen vom Studium der englischen Literatur wieder mal hervorholen und damit angeben kann. 

Friday, 11 May 2012

Schnell schnell!

Die Tage vergehen wie im Flug und auf einmal gibt es noch ganz viele Sachen, die ich noch machen "muss", so lange ich noch in London bin! So war ich am Mittwoch zum Beispiel in der British Library, wo ich Originalmanuskripte von Shakespeare und Notenblätter von Beethoven, Händel und Mozart gesehen habe. Und danach ging's auf direktem Wege weiter ins Science Museum. Das lässt sich mit dem Verkehrshaus in Luzern vergleichen. War aber sehr interessant, ich habe einen gemütlichen Spaziergang durch's Museum gemacht und ein paar Fotos mit meinem iPhone geschossen...

Die British Library: eine der weltweit größten Bibliotheken.

Inklusive Kunst im Vorhof! (Damit meine ich die Skulptur, nicht den Mülleimer im Vordergrund)

Eingangshalle der Bibliothek – sonst war Fotografieren leider verboten und in die Lesesäle hatte ich auch keinen Zutritt. Aber es gibt auch ein paar Ausstellungen, die öffentlich zugänglich sind und einen Shop, in dem ich ein paar Pfund liegenlassen habe...

Eingangshalle vom Science Museum, von oben abgelichtet. Es gibt dort übrigens auch ein Imax, aber für das hat meine Zeit leider nicht gereicht.

Ein Rasenmäher aus 1832. Da kann man mit den heutigen Modellen zufrieden sein!

"Erfindungen aus dem Alltag" ist das Thema für diesen Ausstellungsteil.

Auch die Fliegerei ist wichtig (vor allem wenn man an die beiden Weltkriege denkt) und hat einen eigenen Museumsflügel erhalten.

Rätsel 1: Was ist das? 

Rätsel 2: Was ist das?


Lösung: Rätsel 1 = Computer, Rätsel 2 = silbernes Mikroskop

Abschied – noch 6 Tage



Zivilisation ahoi! In der ersten Januarwoche 2011 habe ich mich dann früher als geplant von North Devon und dem Staghunters Inn verabschiedet (zugegeben, das Leben da war doch nicht so das Wahre für mich) und bin per Zug nach London gereist. Dort hatte ich mich nämlich für einen Proficiency (CPE) Vorbereitungskurs und eine Lehrerausbildung (CLTA) angemeldet. Vier Monate London standen an! Natürlich habe ich mich auch sofort ins kulturelle Leben gestürzt und das große Angebot ausgenützt. Fotos: vor dem British Museum (oben) und in der Royal Albert Hall (unten).


Friday, 4 May 2012

Victoria and Albert Museum

Und noch ein Geheimtipp für Regentage: das Victoria and Albert Museum in South Kensington. Während vor dem Natural History Museum die Besucher mit Kind und Kegel 30-60 Minuten Schlange stehen um Einlass zu finden (ehrlich!), spaziert der kluge Besucher gemütlich ins V&A und genießt dort die vielfältigen Exponate. Nach drei Stunden war es uns genug, aber man kann noch viel mehr Zeit drin verbringen und sich – begonnen im Fernen Osten – alles bis zur modernen Theaterwelt anschauen...

Am besten rüstet man sich zu Beginn mit einem Museumsplan aus – denn auf fünf Ebenen mit einigen Seitenflügeln kann es schon mal labyrinthisch zu und her gehen.

Flügelaltar aus der Renaissance, Italien. 

Die Trajan-Säule in zwei Teilen – so groß ist das Museum nämlich auch wieder nicht, aber auch so "mighty impressive" :-) 

Ach ja: und die "Library of Art" ist auch im V&A untergebracht

Thursday, 3 May 2012

Unterwelt

In der letzten Woche lag ich nicht etwa auf der faulen Haut, sondern habe mit meinen Eltern die letzten mir noch unbekannten Ecken und Enden Londons erkundet :-)

So waren wir am Samstag in den Churchill War Rooms. Was heute ein Teil des Imperial War Museums ist, war die unterirdische Zentrale, wo Churchill während des zweiten Weltkriegs geschaltet und gewaltet hat. Vor allem bei miserablem Regenwetter – wie es leider seit längerem in London ist – sehr empfehlenswert!

Sitzungszimmer, so wie es kurz vor einer Versammlung ausgesehen hat.

Das 'Stille Örtchen' - nur notdürftig, mehrere Meter unter Boden!

Abhörstation? BBC Sendezentrale? Direkte Linie zum Weißen Haus?
Ich weiß es leider nicht mehr!

Und noch eine Kommandozentrale.

Monday, 26 March 2012

Tate Britain

Vor zwei Wochen war ich übrigens in der Tate Britain. Sammlungstechnisch gibt es da fast nur britische Kunst zu sehen, die vor jenen Exponaten, die in der Tate Modern zu sehen sind, entstanden waren. Logisch – oder?

Haupteingang der Tate Britain

Moderner Annex – nicht unbedingt die schönste Augenweide

Ganz unerwarteterweise konnte ich da einen Blick auf "unser" Schloss Chillon werfen! Patrick Caulfield (1936-2005) – ich gebe zu, den Namen habe ich vorher noch nie gehört – hat den historischen Bau in sein Pop Art Gemälde als trompe-l'oeil eingebaut. Das Kunstwerk heißt übrigens "After Lunch" (1975).

Patrick Caulfield. After Lunch. 1975. Tate Britain.

Mehr Infos gibt es auf der super Website der Tate Britain: http://www.tate.org.uk/servlet/ViewWork?workid=2086

Monday, 5 March 2012

Museums-Hit

Wer an einem Wochenende oder Mittwochnachmittag an der Exhibition Road entlang geht, sieht manchmal Schlangen. Schlangen – Hilfe? Nein, natürlich keine tierischen Schlangen, sondern Menschenschlangen. (Die Engländer lieben ja bekanntlich "to queue"). An dieser Straße gibt es aber auch ein tolles Museum nach dem anderen: das Victoria & Albert Museum, das Natural History Museum, das Science Museum und das Goethe Institut ist dort übrigens auch. Die Royal Albert Hall und der Hyde Park sind auch nur einen Steinwurf entfernt.

Jedenfalls, als ich vor ein paar Wochen an einem Mittwochnachmittag von einem meiner Schüler zur U-Bahn Station lief, sah ich eine jener berüchtigten Schlangen: die Menschen haben für's naturhistorische Museum praktisch bis zur U-Bahn Station angestanden. Und das mit Kind und Kegel! Da hätte ich mir also längst ein anderes Museum gesucht :-)

Spontan mit dem abgedrückt: Bei genauem Hinschauen (und Vergrößern des Fotos) erkennt man die lange Warteschlange


PS: den Posttitel musste ich fast gezwungenermaßen mit Bindestrich schreiben, sonst könnte man sich doch glatt verlesen: Museumshit ;-)

Thursday, 22 December 2011

La Traviata – Oper vom Feinsten


Am Samstag Abend war ich zum zweiten Mal im Royal Opera House. Nach Aida im März, habe ich mir eine weitere Oper von Giuseppe Verdi angehört und angeschaut: La Traviata. Die Geschichte ist schnell erzählt: Alfredo ist unsterblich in Violetta - eine berühmte Kurtisane - verliebt. Violetta gibt ihm zuliebe ihr Leben in der Stadt auf und die beiden ziehen aufs Land. Doch da kommt Alfredos Vater ins Spiel: er befürchtet, dass Alfredos Schwester keine standesgemäße Ehe eingehen kann, wenn Alfredo weiterhin mit Violetta zusammenlebt und so Schande über die Familie bringt. Er überzeugt Violetta (die übrigens an Schwindsucht leidet) Alfredo zu verlassen und wieder in ihr altes Leben zurückzukehren. Nach einer Konfrontation zwischen den beiden Liebenden, die im Streit endet, liegt Violetta schließlich auf ihrem Sterbebett. Gerade noch rechtzeitig kommen Alfredo und sein Vater und bitten sie um Vergebung. Violetta und Alfredo haben noch einen kurzen gemeinsamen Moment, bevor Violetta ihrer Krankheit erliegt und der Vorhang fällt.

Violetta und Alfredo

Die Inszenierung hat mir sehr gut gefallen: nichts modernes und abstraktes, sondern ein "klassisches" Bühnenbild, die Frauen haben schöne "Sissi"-Kleider getragen und die Musik und Leistung der Sänger haben natürlich das Restliche dazu beigetragen...

Violetta singt ihre letzte Arie, das berühmte: "Addio del Passato"

Leider war die Oper auf Seiten des Publikums das reinste Hustkonzert. Ich saß sehr weit oben (und habe trotzdem noch fast 60 Franken gezahlt) und es war sehr warm (keine gute Belüftung). Ein Besucher vor mir hat sich die ganze Zeit über die Huster aufgeregt und hat so vermutlich nicht mehr besonders viel von der Aufführung mitbekommen. Leider nimmt das dann doch etwas den Zauber des Geschehens auf der Bühne. Aber im Großen und Ganzen hat mir der Abend sehr gut gefallen und La Traviata ist – unter der Handvoll Opern, die ich bis jetzt gesehen habe – meine Liebste :-)

Diese Sicht hatte ich auf die Bühne, nur noch von etwas steiler oben herab

Monday, 19 December 2011

Adventskalender: Fenster neunzehn



Konzert Tipp

Wer hat es in der Schule nicht gelernt – das Blockflöte spielen. Gute Erinnerungen? Schlechte? Immer vom Bruder mit dem "Spoizchnebel" gehauen worden? Oder doch willkommene Abwechslung von den normalen "Ufzgi"?


Ich habe gute Nachrichten: Es gibt auch ein Leben mit Blockflöte nach der Primarschule! Wer gerne sehen möchte, wie man auf der Blockflöte (und verwandten Instrumenten) so richtig professionell und virtuos spielen kann, dem empfehle ich wärmstes ein Konzert des Blockflötenensembles SONUS (Eintritt gratis!).


Zum Beispiel am Samstag 7. Januar 2012 in der Lazariterkirche Gfenn. Wer dann kommt, der bekommt noch ein zweites Augen- (und hoffentlich auch Ohren-)zückerchen: begleitet wird SONUNS bei drei Stücken nämlich von meiner Wenigkeit, auf dem Cello. Am Skifahren in den Bergen und keine Zeit für ein Konzert? Nichts da! SONUS spielt auch am Mittwoch, 28. Dezember in der reformierten Kirche Langwies (in der Nähe von Arosa). Oder halt noch ein Weilchen warten und im März im Wagerenhof in Uster die Ohren verwöhnen! Homepage für weitere Infos: http://www.sonus-ensemble.ch

Drauf klicken für größere Ansicht



Friday, 16 December 2011

G. F. Handel? – G. F. Händel!



Endlich fand heute Abend mein langersehntes Konzert statt: "Messiah" von Georg Friedrich Händel (ich benutze die deutsche Schreibweise seines Nachnamens, in Englisch schreibt er sich 'Handel'). Ich wollte nicht nur seit langem den Messias sehen, sondern auch ein Konzert in der Royal Albert Hall erleben. Nun konnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Und Agnes (meine Mitbewohnerin) habe ich auch gleich noch bei der Arbeit besucht (sie ist ja "Hall-Angestellte") :-)


Gesessen bin ich strategisch eigentlich sehr gut: zwar etwas weit oben, dafür fast ganz in der Mitte mit freier Sicht auf das Geschehen. Nebst den vier Solisten (Sopran, Alt, Tenor, Bass) spielte ein ungefähr 50köpfiges Orchester. Natürlich dürfen auch die Chöre nicht vergessen werden: insgesamt 500 Sänger aus total drei Chören sangen den Messias heute Abend. Das sieht man nicht alle Tage!

Drei Chöre, Orchester, Dirigent und Solisten. Nicht zu vergessen der Organist in der goldenen Mitte.
(Foto nicht von mir)

Leider hat mich der Abend dann aber doch etwas enttäuscht. Entweder bin ich schlicht und einfach zu weit vom Geschehen entfernt gewesen, oder die Akustik ist tatsächlich so miserabel (wie ich zwar schon vorgewarnt war). Jedenfalls hat es – meiner bescheidenen Meinung nach – nicht unbedingt nach 500 Stimmen im Chorpart getönt und allgemein schien die Musik sofort "verschluckt" zu werden. Leider keine Gänsehautmomente :-(

Was witzig war: bei "For unto us a child is born" hat meine Nachbarin links im Takt vor- und zurückgewippt und fröhlich mitgesummt (wohl nicht so elegantes Konzertbesucher-Verhalten!). Händel war halt doch ein barocker Pop-Komponist ;-)
Beim "Halleluja" ist das ganze Publikum unisono aufgestanden. Ich dann auch, obwohl mir nicht ganz klar war, warum. Dies ist nun aber geklärt, ich habe gegoogelt:

On March 23, 1743, The Messiah, written by George Frideric Handel (1685 – 1759) in 1741, was performed for the 1st time in London, England. Present was the King of England, George II. The king was so moved by the singing of the “Hallelujah Chorus,” he spontaneously stood to his feet and remained standing until the end of Handel’s masterpiece. (And when the king stands up, EVERYBODY stands up.) Ever since that day, it has been customary for the audience to stand whenever the “Hallelujah Chorus” is sung.


Ein weihnachtlicher Abend



Am Montag habe ich mir einen Theaterabend gegönnt. Auf dem Programm stand "A Christmas Carol" von Charles Dickens. Eigentlich hat es Dickens ursprünglich als Kurzgeschichte konzipiert, aber es existiert auch eine "Ein-Mann-Theater-Version" (vermutlich von Dickens selbst anno dazumals ebenfalls aufgeführt). Diese Version habe ich gesehen. Simon Callow hat den Zuschauern die Geschichte während 90 Minuten erzählt (ohne Pause!) und dabei mit wenigen Requisiten die verschiedenen Sequenzen aufleben lassen. Ein raffiniertes Bühnenbild und etwas Audio-Unterstützung an den richtigen Stellen haben das Übrige zu einem kurzweiligen Theaterabend getan. Die Geschichte habe ich ja bereits in einem früheren Blogeintrag (bei Tags auf "Charles Dickens" klicken) zusammengefasst. Theater ist halt immer nochmals ein Stücklein spezieller als Kino, wenn "richtige" Personen live auf der Bühne spielen. Und eine beachtliche Leistung vom Schauspieler, so viel Text in eineinhalb Stunden ohne Pause (und Aussetzer!) vorzutragen...


Saturday, 10 December 2011

Adventskalender: Fenster zehn



Wicked

Am Montag Abend war ich in meinem zweiten Musical in London: "Wicked" stand auf dem Programm. Marita und ich haben einen Abend voll Humor, Tragödie, Liebe und Dramatik gesehen. "Wicked" ist die (Vor-)Geschichte der guten und der bösen Hexe, die im "Zauberer von Oz" vorkommen. Beginnend mit dem Tod der bösen Hexe erzählt die gute Hexe in der Folge, wie die böse Hexe bös geworden ist. Sie ist nämlich eigentlich gar nicht böse, sondern äußere Umstände haben sie dazu gebracht und ihre guten Taten wurden durch dumme Ereignisse falsch interpretiert. Zudem hatte die Arme es auch nicht einfach: ihre Mutter hat nämlich ein Elixier getrunken und dadurch wurde ihre Tochter mit einer grünen Haut geboren. Wer wäre da nicht gehänselt worden! Den Schluss verrate ich an dieser Stelle selbstverständlich nicht.
Die beiden Hauptdarstellerinnen haben ihre Rollen wunderbar interpretiert und die 2.5 Stunden sind wie im Flug vergangen. Musicals sind toll!


Offizielles Plakat


Gute und böse Hexe



Sunday, 27 November 2011

Kammermusik vom Feinsten

Gestern Abend war ich nach über einem halben Jahr wieder einmal in der Wigmore Hall an einem Konzert (Entschuldigung: auf einem Konzert - um korrektes Hochdeutsch anzuwenden). Höchste Zeit! Da mir mein Stundenplan nicht viele freie Abende lässt, fiel mir die Wahl relativ leicht: Gespielt hat die Chamber Music Society of Lincoln Center aus New York. Die beiden Institutionen (Chamber Music Society und Wigmore Hall) starten ihre kulturelle Partnerschaft mit einer Konzertserie in der Wigmore Hall.

Jugendstil und eigentlich auch etwas weihnachtlich: der Eingang der Wigmore Hall

Auf dem Programm stand eine Palette von russischen Komponisten. Als erstes wurde das Streichquartett Nummer 2 von Arensky gespielt. Geschrieben für eine Violine, eine Viola (Bratsche) und zwei Celli. Das war toll! Ich saß zwar relativ weit hinten, aber wie der Zufall es wollte, hatte ich freie Sicht auf die beiden Cellisten (sah aber die Fiedler nicht). Nach diesem romantischen Auftakt (ich beziehe mich hier auf die Musikepoche), kam ein sehr modernes Stück an die Reihe: Sonata für Cello und Klavier, Op. 69 von Lera Auerbach. Geschrieben und gewidmet den beiden Musikern, die das Stück auf der Bühne spielten (David Finckel am Cello, Wu Han am Klavier). Keine leichte Musik-Kost!
Nach der Pause kamen zwei Steinway Flügel zum Einsatz: Ein Conertino von Shostakovich (Op. 94) und Suite Nummer 2 von Rachmaninov (Op. 17) wurden von Wu Han und Anne-Marie McDermott gespielt. Die beiden Pianistinnen haben das wunderbar gemacht! Somit endete ein kurzweiliger musikalischer Abend.

Illegal aufgenommen im Mai. Man muss nur schnell genug sein! Dafür leider etwas überbelichtet - aber es geht ja nicht primär um mein Gesicht sondern die Konzerthalle...


Monday, 21 November 2011

British Intelligence(?)

Ich geb's zu: gestern hab ich "Johnny English Reborn" im Kino gesehen. Normalerweise bin ich ja nicht so der Slapstick Comedy Fan (die Witze sind mir meistens etwas zu 'witzig') - aber unerwarteterweise bin ich mit einem virtuellen Ausflug in die Heimat belohnt worden... Und da mir der erste Film sehr gut gefallen hat, hab ich Film zwei eine Chance gegeben.

  
Filmplakate für Film 2 (links) und Film 1 (rechts)

Die Story ist schnell erzählt: eine geheime Dreimann Organisation (CIA, KGB, MI7) will den chinesischen Premierminister umbringen und Johnny English muss wieder in den aktiven Dienst zurückgeholt werden (aus einem shaolingischen Kloster irgendwo im Tibet). Mit Hilfe einer Droge soll die britische MI7-Chefin nämlich dazu gebracht werden, den Premier bei einem geheimen Treffen umzubringen. Es kommt natürlich ganz anders als geplant. Johnny English schluckt die Droge (unabsichtlich) selbst und kann sich aber dank seiner neuen shaolingischen mentalen Stärke vom Schlimmsten selbst zurückhalten.

Unter Drogeneinfluss mit der Mordwaffe in der Hand: ja, ein Lippenstift, der in eine Mini-Pistole umgewandelt werden kann!

In einem Treffen mit dem britischen Premierminister (rechts von Johnny English). J.E. kann es natürlich nicht lassen, am "Stuhllift" herumzuhantieren, weil er zu Beginn nicht auf gleicher Höhe mit den anderen Sitzungsteilnehmern war

Was mich besonders erfreut hat: der Film findet größtenteils in London statt (kenne die Stadt ja mittlerweile sehr gut) und das Geheimtreffen mit dem chinesischen Premierminister in der Schweiz, auf einer alpinen Hochburg mitten im Schnee. Da gab's also Schweizer Wachen, die miteinander Schweizerdeutsch gesprochen haben :-) Ach - wie schön!

Johnny English mit dem Bösewicht Agent N°1 (Dominic West, viel der bessere (und attraktivere!) Bösling als in Film eins, da war's John Malkovich, der Großbritannien in ein Hochsicherheitsgefängnis umwandeln wollte!)

Im Hightech Rollstuhl mit Höchsttempo unterwegs, weil Johnny eine Schusswunde am Bein erleiden musste - der Arme


Unter dem Strich gefiel mir die Story im zweiten Film besser als in seinem Vorgänger, die Witze waren in Film eins aber doch ein bisschen besser.