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Sunday, 31 March 2013

Poesie vom Feinsten


Da sogar Calvin das Gedicht von William Blake (1757-1827) kennt und es mir während meinem Studium an der Uni ebenfalls begegnete, komme ich nicht umhin und gebe ihm einen Ehrenplatz in meinem Blog.

The Tyger (William Blake, 1794)


Tyger Tyger, burning bright, 
In the forests of the night; 
What immortal hand or eye, 
Could frame thy fearful symmetry?

In what distant deeps or skies. 
Burnt the fire of thine eyes?
On what wings dare he aspire?
What the hand, dare seize the fire?

And what shoulder, & what art,
Could twist the sinews of thy heart?
And when thy heart began to beat,
What dread hand? & what dread feet?

What the hammer? what the chain, 
In what furnace was thy brain?
What the anvil? what dread grasp, 
Dare its deadly terrors clasp! 

When the stars threw down their spears 
And water'd heaven with their tears: 
Did he smile his work to see?
Did he who made the Lamb make thee?

Tyger Tyger burning bright, 
In the forests of the night: 
What immortal hand or eye,
Dare frame thy fearful symmetry?


Das Gedicht wurde in der Sammlung "Songs of Experience" publiziert und ist eines der bekanntesten Werke des Dichters. Es hat mit The Lamb ein Gegenstück aus "Songs of Innocence" wo Blake den Schwerpunkt vor allem auf das Gute legt. In The Tyger geht es um die Dualität von ästhetischer Schönheit und gleichzeitiger "Ur-Wildheit". Auffallend ist, dass das Gedicht fast nur aus Fragen besteht und es keine Handlung gibt.

Calvin interpretiert das Gedicht selbstverständlich etwas anders, aber das darf eine sechsjährige Cartoon-Figur ja auch.

So wurde das Gedicht 1794 publiziert

Wednesday, 21 December 2011

Adventskalender: Fenster einundzwanzig

Schon den Weihnachtsbaumeinkauf geplant?

Gebrauchsanweisung für die Schweiz – Thomas Küng über den Schweizer Lebensstil
In der Deutschlerner Zeitschrift "Deutsch Perfekt" bin ich auf einen Buchtipp gestoßen: Ein Buch über die Eigenheiten der SchweizerInnen und "does and dont's" wenn man sich (als Ausländer) in der Schweiz aufhält. Hier zwei Exzerpte aus dem Artikel (der wiederum das Buch zitiert, nehme ich an – habe es noch nicht gelesen):

Über die Pünktlichkeit der Schweizer wird zu Unrecht gelästert. Sie gehen damit viel lockerer um, als Sie glauben. Wenn man Sie um 19.30 Uhr bestellt hat, können Sie durchaus eine Minute zu früh bis zwei zu spät kommen. Das wird immer noch als passabel pünktlich empfunden. [Hoffentlich können die Schweizer auch über sich selbst lachen! – Anmerkung von mir]

Ein kleines Mitbringsel ist keine Pflicht, aber üblich. Am einfachsten schaffen Sie sich die Probleme vom Hals, wenn Sie beim Abmachungsgespräch folgenden Dialog provozieren können:
"Soll ich etwas mitbringen?"
"Nein, lass nur."
"Ich habe bei mir in der Nähe eine gute Konfiserie gesichtet. Ich bringe Dessert mit."
"Na, das wäre doch nicht nötig gewesen. Aber vielen Dank."
Wir wissen, Sie hätten den Dialog nicht so geführt. Konfiserie wäre Ihnen kaum im richtigen Moment auf die Lippen gekommen, für Dessert wollen wir das nicht auschliessen. [Als Deutsche benutzt man nicht 'Dessert', sonder 'Nachtisch' – auch 'Konfiserie' kennt man in Deutschland nicht]

 
Hier der komplette Artikel aus Deutsch Perfekt (August 2011)
Drauf klicken für vergrößerte Ansicht

Tuesday, 20 December 2011

Adventskalender: Fenster zwanzig

Auch mal ein Adventsfenster-Bild für Simpson-Fans

Ich habe einen!

Adventsrätsel: was ist rechteckig und aus rosa Leder?


Genau: eine Hülle! Aber was befindet sich wohl drin?


Es ist etwas elektronisches! Mit einem wunderschönen Bildschirmschoner!

Na? Schon eine Idee, was das sein könnte?


Ok - ich erlöse dich: es ist ein nigelnagelneuer Kindle!

Schande über mein Haupt – als ehemalige studentische Aushilfe in einer Bibliothek hab ich es tatsächlich gewagt, einen eBook Reader zu kaufen und somit am Untergang der Bücher mitzuwirken! Aber schließlich haben mich halt doch praktische Überlegungen zu dieser Entscheidung gebracht. Ich muss täglich so viel Unterrichtsmaterial mit mir rumschleppen und verbringe zwei bis drei Stunden in der Tube, wo man nicht viel machen kann. Außer Leute beobachten, Musik hören oder auf dem Smartphone Spiele spielen bleibt eigentlich nur lesen übrig. Und so ein niedlicher, kleiner, leichter und praktischer Kindle ist dafür genau das richtige :-) Bis 1200 Bücher haben darauf Platz und auf Projekt Gutenberg gibt's tausende von Klassikern gratis zum herunterladen. Wo sollte ich die 1200 Bücher in meinem Kämmerlein aufbewahren, wenn nicht im Kindle? Ich finde ihn super! Auch wenn ich Bücher doch noch ein Bisschen lieber habe.


Friday, 16 December 2011

Ein weihnachtlicher Abend



Am Montag habe ich mir einen Theaterabend gegönnt. Auf dem Programm stand "A Christmas Carol" von Charles Dickens. Eigentlich hat es Dickens ursprünglich als Kurzgeschichte konzipiert, aber es existiert auch eine "Ein-Mann-Theater-Version" (vermutlich von Dickens selbst anno dazumals ebenfalls aufgeführt). Diese Version habe ich gesehen. Simon Callow hat den Zuschauern die Geschichte während 90 Minuten erzählt (ohne Pause!) und dabei mit wenigen Requisiten die verschiedenen Sequenzen aufleben lassen. Ein raffiniertes Bühnenbild und etwas Audio-Unterstützung an den richtigen Stellen haben das Übrige zu einem kurzweiligen Theaterabend getan. Die Geschichte habe ich ja bereits in einem früheren Blogeintrag (bei Tags auf "Charles Dickens" klicken) zusammengefasst. Theater ist halt immer nochmals ein Stücklein spezieller als Kino, wenn "richtige" Personen live auf der Bühne spielen. Und eine beachtliche Leistung vom Schauspieler, so viel Text in eineinhalb Stunden ohne Pause (und Aussetzer!) vorzutragen...


Adventskalender: Fenster sechzehn



Poesie Pur

Eines meiner liebsten Sonette von William Shakespeare, um den Tag zu versüßen. Nicht dass ich den Anspruch hätte, alle gelesen zu haben. Tatsächlich kenne ich nur einen sehr kleinen Teil. Aber wer kann bei der "Verewigung durch Literatur" schon widerstehen? Ich gebe zu, nicht sehr weihnachtlich, aber manchmal denkt man ja sowieso lieber an einen warmen Sommertag, grad wenn's draußen kalt und unfreundlich ist.


Shall I compare thee to a Summer's day?
Thou art more lovely and more temperate:
Rough winds do shake the darling buds of May,
And Summer's lease hath all too short a date:
Sometime too hot the eye of heaven shines,
And oft' is his gold complexion dimmed;
And every fair from fair sometime declines,
By chance or nature's changing course untrimmed:
But thy eternal Summer shall not fade
Nor lose possession of that fair thou owes;
Nor shall Death brag thou wanderest in his shade,
When in eternal lines to time thou growest:


So long as men can breath, or eyes can see,
So long lives this, and this gives life to thee.



Tuesday, 6 December 2011

Adventskalender: Fenster sechs

Samichlaus-Tag! Zumindest in der Schweiz, in London kommt der Weihnachtsmann ja erst in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember.

Der perfekte Tag für eines meiner Lieblings-Weihnachts-Samichlaus-Gedichte (eigentlich mein einziges). Gedichtet von Rudolf Ziegler. Jetzt ist Schwiitzerdüütsch angesagt :-)


Es dunklet scho im Tannewald

Es dunklet scho im Tannewald und schneielet ganz lisli.
Was isch das für es Liechtli det i säbem chline Hüsli? -
Da isch de Samichlaus deheim mit sine guete Sache!
Er hät scho s Lämpli azündt und tuet grad s Kafi mache.

Da pöpperlets am Lädeli, und s Glöggli ghört er lüte!
Jetz weiss er scho, wer dussen sich und was das sell bedüte:
s Christchindli chunt na zabig spat, es wirt en welle stupfe,
er mües de Sack bald füreneh und sini Finke lupfe!

S Christchindli seit: "Herr Samichlaus, e schöni Ornig händ er!
De Christtag staht ja vor der Tür - händ ihr dänn kein Kaländer?
S brucht Wiehnachtsbäum i jedes Hus, für vili hundert Chinde -
ihr müends im Wald na haue hüt, de Vollmond sell eu zünde!"

De Samichlaus stellt d Tasse ab: "Nu nid so gsprängt, Christchindli -
die Bäumli müend gwüss bsorget si, das hät na Ziit es Stündli.
Ich möchti jetz ämel na in Rueh min z Abig fertig chäue -
und wänn es Tässli gfellig wär, so würds mi herzli freue!"

S Christchindli lächlet: "Nu so dänn, da bini nöd dergäge;
e bitzli öppis Warms tuet guet uf mine wite Wäge!
Me cha ja dänn na allerlei abrede und usmache,
was jedes Chind sell übercho vo dene schöne Sache."

Si sitzed gmüetli binenand im chline Stübli hine.
De Vollmond zündt d Laternen a und lueget heimli ine;
er loset lang am Fänsterli und uf der Hustürschwelle -
wänn er nu besser schwätze chönnt, er müesst mers gwüss verzelle.


Saturday, 3 December 2011

Adventskalender: Fenster drei



must read: Nr 7
Nr 6: A Christmas Carol (Charles Dickens)


A Christmas Carol ist die Geschichte von Ebenezer Scrooge - einem griesgrämigen, geizigen und egoisitisch-unhöflichen Geschäftsmann. Niemandem gönnt er etwas, schon gar keine Weihnachten! Doch am Vorabend (also unserem Heiligabend) erscheint ihm der Geist seines vor sieben Jahren verstorbenen Geschäftspartners. Dieser kündigt ihm drei Geister an, die ihn besuchen werden. In der Folge begegnet Scrooge dem Geist "of Christmas past", dem Geist "of Christmas present" und dem Geist "of Christmas to come". Ein neuer Blickwinkel auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verändert seine Ansicht auf Weihnachten um 180 Grad! So gibt es doch noch ein Happy End.

Charles Dickens, der für viele Komödien und Theaterstücke bekannt ist, hat auch in diesem zu Beginn sehr grimmigen Stück sanften Humor eingebaut. Hier ein Exzerpt aus "A Christmas Carol", nämlich der Moment in dem Jacob Marley, der verstorbene Geschäftspartner, plötzlich Scrooge's Haus besucht.

"Ask me who I was."
"Who were you then?" said Scrooge, raising his voice. "You're particular, for a shade." He was going to say "to a shade," but substituted this, as more appropriate.
"In life I was your partner, Jacob Marley."
"Can you – can you sit down?" asked Scrooge, looking doubtfully at him.
"I can."
"Do it, then."
Scrooge asked the question, because he didn't know whether a ghost so transparent might find himself in a condition to take a chair; and felt that in the event of its being impossible, it might involve the necessity of an embarrassing explanation. But the ghost sat down on the opposite side of the fireplace, as if he were quite used to it.
"You don't believe in me," observed the Ghost.
"I don't," said Scrooge.
"What evidence would you have of my reality beyond that of your senses?"
"Because," said Scrooge, "a little thing affects them. A slight disorder of the stomach makes them cheats. You may be an undigested bit of beef, a blot of mustard, a crumb of cheese, a fragment of an underdone potato. There's more of gravy than of grave about you, whatever you are!"

Vor ein paar Jahren gab es übrigens einen Film mit Jim Carrey (halb Computer-animiert?). Kennen tu ich den (noch) nicht. Die Geschichte ist auch überhaupt nicht lang, vielleicht 90 Seiten. Noch genug Zeit, um sich das Christmas Carol vor Weihnachten "reinzuziehen"...

Monday, 28 November 2011

must read: Nr 6

Nr 84: The three Musketeers (Alexandre Dumas)


Einer für alle, und alle für Einen! Wer kennt sie nicht, die drei Musketiere (Athos, Porthos und Aramis) und d'Artagnan. Es gibt diverse Verfilmungen von Dumas' Klassiker - die neuste im Oktober 2011. Im ersten Band von drei (wobei der dritte in einigen Ländern wiederum in drei Bänden herausgegeben wurde) erfährt der werte Leser, wie d'Artagnan vom Land auszieht und in Paris zum Musketier ausgebildet wird. Dort trifft er auf seine künftigen drei besten Freunde (die oben genannten Athos, Porthos und Aramis) und nach anfänglichen Missverständnissen kämpfen die vier tapfer zusammen gegen die bösen Mannen des Kardinal Richelieu und für ihren König Louis. Übrigens gibt es in dieser Geschichte eine der bösesten Bösewichtinnen überhaupt: Mylady, die Spionin vom Kardinal.

Der Autor: Alexandre Dumas

Geschrieben hat Alexandre Dumas die Geschichte 1844, spielen tut sie aber im frühen 17. Jahrhundert. Nachdem man sich anfänglich an die Sprache gewöhnt hat, ist der Roman sehr unterhaltsam und überhaupt nicht langweilig! Ein spannendes Säbelduell folgt dem nächsten. Gelesen hab ich das Buch schon vor einer Weile, der Blogeintrag hat leider etwas auf sich warten lassen...

Filmplakat mit den feschen Musketieren... Der Film selbst hat sich mehr am Buch inspiriert, als die tatsächliche Handlung wiederzugeben, aber trotzdem actionreiche Kinounterhaltung.



Mein nächstes 'Buch' ist übrigens "A Christmas Carol" von Charles Dickens. Das steht zwar nicht offiziell auf meiner Leseliste, aber aus aktuellem Anlass ist es trotzdem sehr passend. Das werde ich mit Buch Nummer 6 auf der Liste tauschen. Ich habe nämlich nicht vor, "In Search of Lost Time" von Marcel Proust zu lesen (eine siebenbändige Meditation über die Erinnerung). Und auf Französisch würde ich es sowieso schon gar nicht tun.


Sunday, 23 October 2011

Apropos Dünen...

Ich wurde auf dieses wunderbare Gedicht von Franz Hohler aufmerksam gemacht. Aus aktuellem Wanderdünen-Anlass (Fuerteventura) wird das nun hier publiziert. Ich wusste gar nicht, das Franz Hohler so viel Humor in seine Texte gepackt hat! Ich gebe zu, ich bin (noch?) keine große Franz Hohler Kennerin. (Ok, das waren jetzt etwas viele "Ich" in zwei Sätzen...)


Blick aufs weit entfernte und nach links abfließende Meer in Fuerteventura


...wer dringend auf's Klo muss, sollte vielleicht jetzt noch schnell gehen. Der Leserlichkeit halber in größerer Schrift.

Vom Mann, der durch die Wüste ging
Kennt ihr die Geschichte
vom Mann, der durch die Wüste ging
vom reichen, reichen Mann
mit der man die Gerüchte
daß Geld allein schon glücklich macht
sofort zerstreuen kann?


Er ging
er ging
er ging so vor sich her
stundenlang
tagelang
wochenlang
und konnte fast nicht mehr.
Immer nur Wüste, Wüste, Wüste
nichts, das ihm die Wüste versüßte
keine Oase, kein Brunnen, kein Wasser
nicht einmal ein Lappen, ein nasser
kein Wind und kein Sturm, keine drohenden Wolken
kein Trester, kein Schnaps, weder Milken noch Molken
kein Regenpfeifer, kein Wasserstandspegel
kein Grottenolm, keine schleimigen Egel
kein Kugelblitz und keine Hydranten
keine dämlichen, Apfelsaft schlürfenden Tanten
kein Weib, keine Frau und kein Kind und kein Sohn –
in der ganzen Wüste kein einziger  Ton
sondern immer nur Dünen, Dünen, Dünen
nichts zum ihn mit den Dünen versühnen
denn Coca gab's nicht und auch Cola gab's nicht
keine Freiburgerkuh, auf das Melken erpicht
keine Bierbrauerswitwe, kein Flaschengestell
keinen Eisberg, kein glänzendes Seelöwenfell
weder Gletscherstürze noch Wasserfälle
und nicht einmal eine tragbare Quelle!


Und die Sonne war heiß
und die Wüste war groß
und der reiche Mann
war nackt und bloß:
die Schuhe verloren
die Hosen verloren
den Sonnenbrand
bis über die Ohren
eine Zunge wie Stein
die Moskitos am Bein
einen Durst wie ein
ganzer Gesangsverein –


Da sah er plötzlich
schon halb gebraten
mitten in der Wüste
einen
schönen
großen
blanken
schlanken
herrlichen
gar nicht gefährlichen
hehren
rektangulären
eher prismatischen
ganz sympathischen
                         Automaten.


Co .. ca .. Co .. la ..
Coca Cola! Coca Cola!


Der Reiche, vor Freude und Jubel ganz weg
zückte den Füller und schrieb einen Scheck
steckte den Scheck wie der Blitz
in den Schlitz
lautend auf einen Franken
auf jeder beliebigen seiner Banken.
Auf jeder beliebigen seiner Banken!
Dem Automaten waren die Banken egal.
Er war aus Stahl.
Wenn ein Franken fiel, dann machte er "klick!"
doch der Reiche hatte kein Kleingeld bei sick.
Er schrieb einen Scheck auf fünfzig, auf siebzig
auf hundert sogar, aber nichts begibt sich.
Jetzt wurde es ihm in den Ohren schon sausend
er schrieb einen Scheck auf blanke Tausend
verzweifelt schrieb er: EINE MILLION!
Doch was hat er davon, doch was hat er davon?


Keine Coca Cola
nicht einen Schluck
und hinten im Hals
einen würgenden Druck.
Da sank er, ohne zum Abschied zu grüßen
dem Automaten kraftlos zu Füßen
der arme Reiche
und war eine Leiche.


Jetzt kennt ihr die Geschichte
vom Mann, der durch die Wüste ging
vom reichen, reichen Mann
die Wahrheit auch, die schlichte
daß Geld allein nicht glücklich macht
nicht glücklich machen kann.
Lalalalaaa!

(aus: Kabarettbuch, 1987)


Ich hab den Mann übrigens nicht auf Fuerteventura gesehen, muss wohl eine andere Wüste gewesen sein...

Franz Hohler ist noch immer aktiv und auf Tournee. Zum Beispiel am 11. Januar 2012 in der Villa Grunholzer in Uster. Auch seine Website ist ein Besuch wert; so einen Aufbau hab ich noch nie gesehen: http://www.franzhohler.ch



Monday, 26 September 2011

must read: Nr 5

Nr 93: Tinker Tailor Soldier Spy (John le Carré)

Ein Maulwurf in den höchsten Kreisen des britischen Geheimdienstes ("the Circus") - ein klarer Fall für George Smiley! Wer bereits etwas besser mit le Carrés Büchern vertraut ist (nicht so wie Neuling-Ich), kennt natürlich Smiley, Control, Haydon und Co.

Zum Inhalt zitiere ich hier den Buchumschlag:
"The Circus has already suffered a bad defeat, and the result was two bullets in a man's back. But a bigger threat still exists. And the legendary George Smiley is recruited to root out a high-level mole of thirty years' standing - though to find him means spying on the spies."

"Tinker Tailor Soldier Spy is brilliant and ceaselessly compelling, pitting Smiley against his Cold War rival, Karla, in one of the greatest struggles in all fiction."

Das Wall Street Journal meint "A stunning story of espionage" und Spectactor sagt dazu "A great thriller, the best le Carré has written."

Nun - ehrlich gestanden hatte ich meine lieben Mühen mit dem Buch. 80% der Geschichte geschieht durch Rückblenden oder spielt in der Gedankenwelt der Charaktere. Nicht ganz einfach, der Geschichte zu folgen, vor allem weil von so vielen unterschiedlichen Personen die Rede ist, die - wenn man keine Vorgänger Bücher gelesen hat - nicht einfach auseinander zu halten sind. Aber: ein Grande Finale!

Zum Glück gibt es einen brandneuen Kinofilm (mit Gary Oldman und Colin Firth), der wird die letzten Unklarheiten hoffentlich lösen. Und der Trailer gefällt mir sehr gut: Trailer


"Tinker Tailer Solder Spy" spielt übrigens auf einen englischen Zählreim an (hier die modernste Version, Wikipedia gibt genauere Auskunft):

Tinker, Tailor,
Soldier, Sailor,
Rich Man, Poor Man,
Beggar Man, Thief.

PS: Mein nächstes Buch ist "The Three Musketeers" von Alexandre Dumas. Mitte Oktober gibt es auch dazu einen Film (in 3D)! Ich muss mich also beeilen...


Sunday, 18 September 2011

must read: Nr 4

Nr 7: Jane Eyre (Charlotte Brontë)

Frisch gelesen und wirklich toll! Man muss sich nur an die etwas "ältere" Sprache und Umgangsformen gewöhnen und schon hat man ein wirklich romantisch und dramatisches Buch in den Händen. Charlotte Brontë erzählt Geschichte einer Liebe, die - da über die Standesgrenzen hinaus -, an den Prinzipien der freiheitsliebenden Hauptfigur zu scheitern droht.
Jane Eyre, nach einer lieblosen und harten Kindheit, findet eine Anstellung als Lehrerin im Anwesen Rochester, wo sie das Mündel von Mr. Rochester unterrichtet. Sie verliebt sich in ihren 'Master', doch es gibt ein dunkles Geheimnis in den Mauern von Rochester...


Mehr verrate ich nicht! Übrigens gibt es momentan eine neue Verfilmung in den Kinos: Trailer 




Mein nächstes Buch auf der Liste ist übrigens "Tinker Tailor Soldier Spy" von John le Carré. Momentan lasse ich mich von Hollywood durch die Leseliste leiten. Ist ja auch keine schlechte Taktik: als Belohnung gibt's dann jeweils den Film :-)

Tuesday, 13 September 2011

must read: Nr 3

Nr 9: Mrs Dalloway (Virginia Woolf)

Viele kennen den Namen Virginia Woolf vielleicht vom Film "The Hours" mit Nicole Kidman (und ihrer falschen Nase). Doch "Mrs Dalloway" ist mindestens genauso (eigentlich mehr) ein Klassiker und mehrfach verfilmt geworden! In der Tradition und im Erzählstil (entfernt) an Sterne's "Tristram Shandy" erinnernd, gibt der Roman einen Juni-Tag 1923 im Leben von Clarissa Dalloway wider. Sie organisiert eine Party und trifft auf ihren ehemaligen Geliebten und ihre beste Jugendfreundin. Diese Begegnungen rufen viele Erinnerungen an ihre Vergangenheit hervor und sie hinterfragt den Sinn ihres Lebens.
Parallel zum Clarissa-Plot gibt es die Geschichte von Septimus, einem Kriegsveteranen, der in der "normalen" Welt nicht mehr zurecht kommt (er leidet unter "shell shock"). Er begeht schließlich Selbstmord (dieses Ereignis beobachtet Clarissa von ihrem Fenster aus während der Party ganz zum Ende der Geschichte). Hier unterscheiden sich die beiden Parallelen: während Septimus den Tod sucht, entscheidet sich Clarissa Dalloway fürs Leben.

Ein wahrer must-have-read Roman mit neuer literarischer Form: dem "stream of consciousness" / innerer Monolog.


Monday, 12 September 2011

must read: Nr 2

Nr 20: Tristram Shandy (Laurence Sterne)

Dies ist eines der Bücher, die ich für meine Englische Literatur Lizentiatsprüfung lesen musste. Oder besser gesagt: mich durchkämpfen musste. Um was geht es? [Uni-Notizen-ausgrab] Der vollständige Titel lautet "The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman" und somit sind wir auch gleich beim Thema. Der in neun Bücher eingeteilte Roman berichtet vom Leben und den Ansichten des Tristram Shandy. Das heißt, mehr von seinen Ansichten als von seiner Biographie. Zwei Drittel behandeln seine Geburt und Namensgebung. Dann gibt's einen Teil über seine Reisen in Frankreich (aus gesundheitlichen Gründen) und die beiden letzten Teile berichten von der Affäre seines Onkels mit der Witwe Wadman. Alles andere sind Ausschweifungen und manch modernen Leser wird es wohl frustrieren, dass Tristram einfach nicht auf den Punkt kommt (mich hat es!). Es steht geschrieben, was Tristram spontan in den Sinn kommt, ohne dabei auf eine gesamtheitliche Ordnung zu achten.

Genau dieser Erzählstil macht das Buch so einzigartig und - für seine Zeit, 1759 publiziert - avantgardistisch. Später wird die Technik von Schriftstellern wie Virginia Woolf, Samuel Beckett und natürlich James Joyce aufgenommen. Viel Text, wenig verstrichene Zeit.
Der Schluss wird durch Tristrams Mutter passend gesetzt: "What is all this story about?" Wer das wissen möchte, der muss sich schon selber ins Lesevergnügen stürzen!



Sunday, 11 September 2011

must read: Nr 1

Vor einer Weile hab ich ja großartig angekündigt, dass ich mich durch 100 "must read" Romane lesen möchte. Danach herrschte lange Stille. Aber: ich habe mein Vorhaben natürlich nicht vergessen. Es musste nur kurzzeitig auf Eis gelegt werden.

Nun habe ich aber die Ehre, das erste Buch von 100 vorzustellen. Zugegeben, ich beginne mit einem, das ich bereits gelesen habe, aber der Vollständigkeit halber gehören alle Bücher auf diesen Blog. Und viel vorzustellen gibt es bei diesem wohl auch nicht:

Nr 100: The Lord of the Rings (JRR Tolkien)


Mittlerweile gibt es wohl niemanden mehr, der nicht zumindest den Titel gehört hat. Die Odyssee durch Mittelerde, um den "einen Ring" zu zerstören kann in drei Bänden gelesen (oder in drei sehr gut gemachten Filmen von Peter Jackson gesehen) werden. Frodo und seine Gefährten müssen einige Abenteuer und Prüfungen bestehen, bis sie schließlich Mittelerde retten können. Wahrlich: ein Klassiker! Es ist zwar bereits eine längere Weile her seit ich die Bücher gelesen habe, aber zu empfehlen sind sie allemal (auch um ein zweites Mal zu lesen und nicht nur für Fantasy-Freaks).

Zur allgemeinen Erheiterung noch einen Cartoon, den ich vor längerer Zeit gefunden habe.




Thursday, 14 July 2011

Die Welt ist nicht immer Freitag

Momentan lese ich mit einem meiner Schüler ein Buch von Horst Evers, mit dem schönen Titel "Die Welt ist nicht immer Freitag". Sehr unterhaltsam und amüsant geschrieben! Im Prinzip gesprochene Umgangssprache. Kurz zum Inhalt, bevor ich eine kleine Leseprobe zum Besten gebe: "Horst Evers' Erzähler ist der klassische Nichtsnutz, für den aller Ärger schon mit dem Aufstehen beginnt. Sein Universum ist ein Netz an Arbeitsvermeidungsstrategien, in das immer wieder unerwartet Meteoriten einbrechen. Das kann schon das Klingeln des Telefons sein, ein Baumarktangestellter, manchmal auch die Berliner Verkehrsbetriebe oder - im ungünstigsten Fall - eine Frau."



Dienstag. Krankheit und Verderben
Schlimmer Bauch
Mitten in der Nacht geht's los. Bauchschmerzen. Ich denke: "Oh, grimmes Weh durchwehst die Eingeweide grausam gräulich, zeigst garstig abscheulich dein fäulig Antlitz, färbst bläulich, gräulich mein Haupt, und ich denk, da heul ich am besten gleich los." Ich versuche Schmerz meistens mit Lyrik zu bekämpfen. Da das nicht klappt, beschließe ich dann eben zu jammern, aber möglichst würdevoll, nicht so mimosenhaft, kleinkindmäßig, sondern mehr jammern wie ein Mann: "Oh ha, oh ha oh ha, jungejungejunge, das ist gar nicht gut." Das funktioniert allerdings auch nicht.
Mit letzter Kraft wähle ich Bovs Nummer.
- Ja?
- Hallo Bov, hier ist Horst. Bov, ich bin sehr krank, oh oh, au ha auha.
- Was? Sag mal, weißt du, wie spät es ist?
- Bov, ich sagte, oh oh, auha auha.
- Es ist halb vier Uhr morgens!
- Halb vier, eine gute Zeit zum Sterben.
- Ach so, ist das alles?
- Nein, du musst kommen und mich gesundpflegen.
- Ich werde nicht kommen.
- Es ist doch nur zu deinem Besten. Wenn ich morgen früh aufwache und tot bin, machst du dir sonst Vorwürfe.
- Nein, Horst, ich tu's nur für dich. Wenn ich mitten in der Nacht zu dir käme und feststellen würde, dass du gar nicht im Sterben liegst, müsste ich dich nämlich leider dafür erschlagen.
Er legt auf. Dieser gefühllose Unmensch. Das wird er mir büßen. Ich lösche seine Nummer aus meinem Festnummernspeicher am Telefon. Das wird ihm eine Lehre sein. Dann rufe ich neun andere Freunde an, damit sie komme und mich pflegen. Nach dieser Aktion ist mein Festnummernspeicher komplett leer gelöscht und ich habe zehn Freunde weniger. Na ja, so ist wenigstens wieder Platz für neue Freunde, oder für die Nummern von Ärzten. Seite 29f.

Monday, 27 June 2011

100 "must read" Bücher

Man soll seine grauen Zellen ja immer aktiv halten und ständig fordern. Darum werde ich ein neues Projekt "in Angriff" nehmen: 100 Bücher, die "man" gelesen haben muss. Mickrige 16 kenne ich bereits, das vor allem dank meinem Studium der Englischen Literatur. (r) = read, gelesen
Jetzt hab ich wohl die Qual der Wahl: mit welchem der 84 Bücher soll ich nur beginnen? :-)



100 The Lord of the Rings by JRR Tolkien (r)
99 To Kill a Mockingbird by Harper Lee
98 The Home and the World by Rabindranath Tagore
97 The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy by Douglas Adams (r)

96 One Thousand and One Nights Anon
95 The Sorrows of Young Werther by Johann Wolfgang von Goethe
94 Midnight’s Children by Salman Rushdie
93 Tinker, Tailor, Soldier, Spy by John le Carré
92 Cold Comfort Farm by Stella Gibbons
91 The Tale of Genji by Lady Murasaki
90 Under the Net by Iris Murdoch
89 The Golden Notebook by Doris Lessing
88 Eugene Onegin by Alexander Pushkin
87 On the Road by Jack Kerouac
86 Old Goriot by Honoré de Balzac
85 The Red and the Black by Stendhal
84 The Three Musketeers by Alexandre Dumas
83 Germinal by Emile Zola
82 The Stranger by Albert Camus
81The Name of the Rose by Umberto Eco
80 Oscar and Lucinda by Peter Carey
79 Wide Sargasso Sea by Jean Rhys
78 Alice’s Adventures in Wonderland by Lewis Carroll
77 Catch-22 by Joseph Heller
76 The Trial by Franz Kafka
75 Cider with Rosie by Laurie Lee
74 Waiting for the Mahatma by RK Narayan
73 All Quiet on the Western Front by Erich Remarque
72 Dinner at the Homesick Restaurant by Anne Tyler
71 The Dream of the Red Chamber by Cao Xueqin
70 The Leopard by Giuseppe Tomasi di Lampedusa
69 If On a Winter’s Night a Traveller by Italo Calvino
68 Crash by JG Ballard
67 A Bend in the River by VS Naipaul
66 Crime and Punishment by Fyodor Dostoyevsky
65 Dr Zhivago by Boris Pasternak
64 The Cairo Trilogy by Naguib Mahfouz
63 The Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde by Robert Louis Stevenson
62 Gulliver’s Travels by Jonathan Swift (r)

61 My Name Is Red by Orhan Pamuk
60 One Hundred Years of Solitude by Gabriel García Márquez
59 London Fields by Martin Amis
58 The Savage Detectives by Roberto Bolaño
57 The Glass Bead Game by Herman Hesse
56 The Tin Drum by Günter Grass
55 Austerlitz by WG Sebald
54 Lolita by Vladimir Nabokov
53 The Handmaid’s Tale by Margaret Atwood
52 The Catcher in the Rye by JD Salinger
51 Underworld by Don DeLillo
50 Beloved by Toni Morrison
49 The Grapes of Wrath by John Steinbeck
48 Go Tell It On the Mountain by James Baldwin
47 The Unbearable Lightness of Being by Milan Kundera
46 The Prime of Miss Jean Brodie by Muriel Spark
45 The Voyeur by Alain Robbe-Grillet
44 Nausea by Jean-Paul Sartre
43 The Rabbit books by John Updike
42 The Adventures of Huckleberry Finn by Mark Twain
41 The Hound of the Baskervilles by Arthur Conan Doyle
40 The House of Mirth by Edith Wharton
39 Things Fall Apart by Chinua Achebe
38 The Great Gatsby by F Scott Fitzgerald
37 The Warden by Anthony Trollope
36 Les Misérables by Victor Hugo
35 Lucky Jim by Kingsley Amis
34 The Big Sleep by Raymond Chandler
33 Clarissa by Samuel Richardson
32 A Dance to the Music of Time by Anthony Powell
31 Suite Francaise by Irène Némirovsky
30 Atonement by Ian McEwan
29 Life: a User’s Manual by Georges Perec
28 Tom Jones by Henry Fielding (r)

27 Frankenstein by Mary Shelley (r)

26 Cranford by Elizabeth Gaskell
25 The Moonstone by Wilkie Collins
24 Ulysses by James Joyce
23 Madame Bovary by Gustave Flaubert
22 A Passage to India by EM Forster
21 1984 by George Orwell (r)

20 Tristram Shandy by Laurence Sterne (r)

19 The War of the Worlds by HG Wells
18 Scoop by Evelyn Waugh
17 Tess of the D’Urbervilles by Thomas Hardy (r)

16 Brighton Rock by Graham Greene
15 The Code of the Woosters by PG Wodehouse
14 Wuthering Heights by Emily Brontë (r)

13 David Copperfield by Charles Dickens
12 Robinson Crusoe by Daniel Defoe (r)

11 Pride and Prejudice by Jane Austen (r)

10 Don Quixote by Miguel de Cervantes
9 Mrs Dalloway by Virginia Woolf (r)

8 Disgrace by JM Coetzee
7 Jane Eyre by Charlotte Brontë
6 In Search of Lost Time by Marcel Proust
5 Heart of Darkness by Joseph Conrad (r)

4 The Portrait of a Lady by Henry James (r)

3 Anna Karenina by Leo Tolstoy
2 Moby-Dick by Herman Melville (r)

1 Middlemarch by George Eliot (r)