Von Uster via Brighton und North Devon nach London. Während knapp 1.5 Jahren arbeitete ich dann in London als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache (DaF). Seit Juni 2012 bin ich zurück in der Schweiz und stelle mich neuen Herausforderungen: ein Masterstudiengang in Informationswissenschaft in Chur (an der HTW). Seit 1.1.14 bin ich Licensing Manager beim Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken.
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Tuesday, 15 May 2012
Abschied – zweitletzter Tag
In den letzten Monaten habe ich ein paar Ausflüge in die Umgebung gemacht. Es tat jeweils gut aus London herauszukommen und etwas englische Land- und "Kleinstadt-" Luft zu schnuppern :-) So besuchte ich letztes Jahr Cambridge und Hampton Court Palace und dieses Jahr war ich in Rye, Brighton, Canterbury, Bristol, Windsor, Stratford-upon-Avon und Oxford. Für mehr hat die Zeit (und das Geld) leider nicht gereicht, aber für weitere Sehenswürdigkeiten hätte ich auch weiter weg reisen müssen und das hätte sich an einem einzigen Tag sowieso nicht gelohnt. Von dem her bin ich doch ganz zufrieden und glücklich :-) Und natürlich habe ich hunderte von Fotos zur Erinnerung!
Fotos: Kings College Kathedral in Cambridge (von außen und innen)
PS: Heute kommt die Umzugsfirma und nimmt fast mein gesamtes Hab und Gut mit. Nur das Wichtigste werde ich persönlich per Flieger in die Schweiz transportieren. Die Firma sammelt jeweils Material, bis es eine vollständige Fuhre ergibt (was auch immer das heisst) und macht dann eine Fahrt in die Schweiz. Das heisst ich muss unter Umständen bis zu vier oder fünf Wochen auf meine Sachen warten... Jedenfalls werde ich darum die letzte Nacht in einem kleinen Hotel in der Nähe verbringen – geht ja nicht anders, ohne Bett und so :-)
Monday, 3 October 2011
Weltrekord
Hampton Court besitzt übrigens die größte lebende Weinrebe weltweit. Was von außen wie viele Pflanzen in einem Treibhaus aussieht, gehört tatsächlich zu einer einzigen Pflanze. Noch immer werden jedes Jahr Trauben gewonnen und in den Besucher Cafés verkauft (habe ich gelesen). Früher wurde der Wein übrigens meistens mit Wasser verdünnt, weil er sehr sauer und fast immer aus demselben Jahr war wie die Trauben gelesen und verarbeitet wurden. Diesen Wein wurde "Vintage Vine" genannt.
Zertifikat
Blätterdach
Stamm
Blick von außen. Die braune Fläche wird übrigens extra frei gehalten, weil sich da die Wurzeln vom Weinstock durchgewachsen haben und die Gärtner nicht wollen, dass andere Pflanzen die Feuchtigkeit stehlen.
Hampton Court Palace
Das war aber erst die Hälfte meines Wochenendes! Denn am Sonntag bin ich (per Bus) zum Hampton Court gefahren. Henry VIII hat dort zeitweise gelebt. Im 16. Jahrhundert ist der königliche Hof nämlich im Land herumgezogen. Dies hatte politische Gründe, aber auch ganz praktische: die rund 600 Leute, die zum Hof gehörten, hatten nach einiger Zeit alles "weggefressen" (man vergebe mir den Ausdruck) und mussten weiterziehen, damit sich die Umgebung wieder "erholen" konnte (übrigens wurden für alle Nahrungsmittel korrekt bezahlt).
"Auffahrt" zum Hampton Court. Leider mit Gerüst, aber man bemerke auch hier wieder den strahlend blauen, wolkenlosen Himmel
Hampton Court selbst ist ein recht großer Palast, zuerst von Kardinal Wolsey erworben, dem König geschenkt und dann stetig ausgebaut. Henry VIII war der erste Monarch, der dort gewohnt hat, aber unter William III (1689-1702) wurde Hampton Court nochmals so richtig großzügig und prunkvoll ausgebaut. Dementsprechend hab ich nur ungefähr zwei Drittel der ganzen Anlage gesehen.
Innenhof, wo alle Gäste willkommen geheißen wurden und noch immer werden. Die vielen Türmchen auf den Dächern sind übrigens Schornsteine. Also keine kalten Füße für die Bewohner im Winter!
Mit einem Audioguide ausgerüstet habe ich zuerst eine Tour durch die Küche gemacht. Das ganze hat satte 40 Minuten gedauert. Das lässt die Größe erahnen. Regelmäßig musste die Küchenmannschaft für 600 Leute kochen (zu Spitzenzeiten sogar für bis zu 12'000!). Das erforderte nicht nur genaue Planung sondern auch harte körperliche Arbeit. Fleisch wurde geröstet, da dies die "strengste" Zubereitungsart war (den Spieß mit etlichen Kilo Fleisch am heißen Feuer drehen) und der König somit seinen Gästen zeigen konnte "Seht, ich kann mir geröstetes Fleisch in rohen Mengen leisten" - sozusagen. Übrigens waren überall dem 16. Jahrhundert entsprechend verkleidete Leute im Palast unterwegs - teils für Demonstrationen (in der Küche), oder auch nur für Fotos und Fragen der Besucher (ich habe sogar King Henry VIII höchst persönlich gesehen!).
Englische Pies (hier natürlich nur Attrappen). Der Teig diente übrigens als "Backform", am Tisch entfernte man den Deckel und löffelte den Pie aus. Der Resten wurde weggeschmissen.
Danach ging's durch die Gemächer von Henry VIII und anschließend (schließlich war es wunderschönes Wetter) ein ausgedehnter Spaziergang mit Parkbänkli-Pause durch die riesige Gartenanlage. Zum Palast gehört übrigens auch der älteste Tennisplatz, der noch in Gebrauch ist (aber nur etwa halb so groß wie der Wimbledon Tennisplatz ist).
Solche Bäume hab ich noch nicht oft (wenn überhaupt) gesehen
Entfernter Blick auf den Palast
Gartenanlage aus der Zeit William III
Das Orangenbäumchen genießt die sommerliche Hitze
Blick von weiten auf den Seitenflügel von Hampton Court
Damit die Wege einwandfrei bleiben, hat die Besucher-Pferdekutsche eine besondere "Rossbollen"-Vorrichtung erhalten
Und weil's so schön ist, noch ein Innenhof mit perfektem Bitte-Nicht-Betreten-Garten
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