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Monday, 19 December 2011

Adventskalender: Fenster neunzehn



Konzert Tipp

Wer hat es in der Schule nicht gelernt – das Blockflöte spielen. Gute Erinnerungen? Schlechte? Immer vom Bruder mit dem "Spoizchnebel" gehauen worden? Oder doch willkommene Abwechslung von den normalen "Ufzgi"?


Ich habe gute Nachrichten: Es gibt auch ein Leben mit Blockflöte nach der Primarschule! Wer gerne sehen möchte, wie man auf der Blockflöte (und verwandten Instrumenten) so richtig professionell und virtuos spielen kann, dem empfehle ich wärmstes ein Konzert des Blockflötenensembles SONUS (Eintritt gratis!).


Zum Beispiel am Samstag 7. Januar 2012 in der Lazariterkirche Gfenn. Wer dann kommt, der bekommt noch ein zweites Augen- (und hoffentlich auch Ohren-)zückerchen: begleitet wird SONUNS bei drei Stücken nämlich von meiner Wenigkeit, auf dem Cello. Am Skifahren in den Bergen und keine Zeit für ein Konzert? Nichts da! SONUS spielt auch am Mittwoch, 28. Dezember in der reformierten Kirche Langwies (in der Nähe von Arosa). Oder halt noch ein Weilchen warten und im März im Wagerenhof in Uster die Ohren verwöhnen! Homepage für weitere Infos: http://www.sonus-ensemble.ch

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Friday, 16 December 2011

G. F. Handel? – G. F. Händel!



Endlich fand heute Abend mein langersehntes Konzert statt: "Messiah" von Georg Friedrich Händel (ich benutze die deutsche Schreibweise seines Nachnamens, in Englisch schreibt er sich 'Handel'). Ich wollte nicht nur seit langem den Messias sehen, sondern auch ein Konzert in der Royal Albert Hall erleben. Nun konnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Und Agnes (meine Mitbewohnerin) habe ich auch gleich noch bei der Arbeit besucht (sie ist ja "Hall-Angestellte") :-)


Gesessen bin ich strategisch eigentlich sehr gut: zwar etwas weit oben, dafür fast ganz in der Mitte mit freier Sicht auf das Geschehen. Nebst den vier Solisten (Sopran, Alt, Tenor, Bass) spielte ein ungefähr 50köpfiges Orchester. Natürlich dürfen auch die Chöre nicht vergessen werden: insgesamt 500 Sänger aus total drei Chören sangen den Messias heute Abend. Das sieht man nicht alle Tage!

Drei Chöre, Orchester, Dirigent und Solisten. Nicht zu vergessen der Organist in der goldenen Mitte.
(Foto nicht von mir)

Leider hat mich der Abend dann aber doch etwas enttäuscht. Entweder bin ich schlicht und einfach zu weit vom Geschehen entfernt gewesen, oder die Akustik ist tatsächlich so miserabel (wie ich zwar schon vorgewarnt war). Jedenfalls hat es – meiner bescheidenen Meinung nach – nicht unbedingt nach 500 Stimmen im Chorpart getönt und allgemein schien die Musik sofort "verschluckt" zu werden. Leider keine Gänsehautmomente :-(

Was witzig war: bei "For unto us a child is born" hat meine Nachbarin links im Takt vor- und zurückgewippt und fröhlich mitgesummt (wohl nicht so elegantes Konzertbesucher-Verhalten!). Händel war halt doch ein barocker Pop-Komponist ;-)
Beim "Halleluja" ist das ganze Publikum unisono aufgestanden. Ich dann auch, obwohl mir nicht ganz klar war, warum. Dies ist nun aber geklärt, ich habe gegoogelt:

On March 23, 1743, The Messiah, written by George Frideric Handel (1685 – 1759) in 1741, was performed for the 1st time in London, England. Present was the King of England, George II. The king was so moved by the singing of the “Hallelujah Chorus,” he spontaneously stood to his feet and remained standing until the end of Handel’s masterpiece. (And when the king stands up, EVERYBODY stands up.) Ever since that day, it has been customary for the audience to stand whenever the “Hallelujah Chorus” is sung.


Sunday, 27 November 2011

Kammermusik vom Feinsten

Gestern Abend war ich nach über einem halben Jahr wieder einmal in der Wigmore Hall an einem Konzert (Entschuldigung: auf einem Konzert - um korrektes Hochdeutsch anzuwenden). Höchste Zeit! Da mir mein Stundenplan nicht viele freie Abende lässt, fiel mir die Wahl relativ leicht: Gespielt hat die Chamber Music Society of Lincoln Center aus New York. Die beiden Institutionen (Chamber Music Society und Wigmore Hall) starten ihre kulturelle Partnerschaft mit einer Konzertserie in der Wigmore Hall.

Jugendstil und eigentlich auch etwas weihnachtlich: der Eingang der Wigmore Hall

Auf dem Programm stand eine Palette von russischen Komponisten. Als erstes wurde das Streichquartett Nummer 2 von Arensky gespielt. Geschrieben für eine Violine, eine Viola (Bratsche) und zwei Celli. Das war toll! Ich saß zwar relativ weit hinten, aber wie der Zufall es wollte, hatte ich freie Sicht auf die beiden Cellisten (sah aber die Fiedler nicht). Nach diesem romantischen Auftakt (ich beziehe mich hier auf die Musikepoche), kam ein sehr modernes Stück an die Reihe: Sonata für Cello und Klavier, Op. 69 von Lera Auerbach. Geschrieben und gewidmet den beiden Musikern, die das Stück auf der Bühne spielten (David Finckel am Cello, Wu Han am Klavier). Keine leichte Musik-Kost!
Nach der Pause kamen zwei Steinway Flügel zum Einsatz: Ein Conertino von Shostakovich (Op. 94) und Suite Nummer 2 von Rachmaninov (Op. 17) wurden von Wu Han und Anne-Marie McDermott gespielt. Die beiden Pianistinnen haben das wunderbar gemacht! Somit endete ein kurzweiliger musikalischer Abend.

Illegal aufgenommen im Mai. Man muss nur schnell genug sein! Dafür leider etwas überbelichtet - aber es geht ja nicht primär um mein Gesicht sondern die Konzerthalle...


Thursday, 10 November 2011

London = Kultur pur

Die verbleibenden sechs Wochen bevor ich ausgiebigen Urlaub in der Schweiz mache (fast zweieinhalb Wochen!) werden rosig - in kultureller Hinsicht. Hier ein kleiner Ausblick, was ich alles genießen werde (schließlich soll das tagtägliche Schuften und Schaffen auch seine Früchte tragen!):

  • 19.11. "Castor and Pollux" in der English National Opera (eine Barock-Oper von Rameau, jedoch auf Englisch gesungen, leider)
  • 26.11. "Chamber Music Society" in der Wigmore Hall (Kammermusik mit einem Überraschungsprogramm für mich, kenne keines der Stücke)
  • 5.12. "Wicked" im Apollo Victoria Theatre (erst mein zweites Musical hier in London! "Wicked" ist die Vorgeschichte der guten und bösen Hexe aus "Der Zauberer von Oz")
  • 12.12. "A Christmas Carol" (mit Simon Callow, falls das jemandem etwas sagt. Charles Dickens' Klassiker und wohl berühmtester Roman. Hoffentlich schaffe ich es noch, den vorher zu lesen)
  • 16.12. "Messiah" in der Royal Albert Hall (darauf freu ich mich am meisten. Erstens kenne ich die Royal Albert Hall noch nicht und zweitens gefällt mir Händel einfach unglaublich gut. Der Messias wird mit einem 700 köpfigen Chor inszeniert!)
  • 17.12. "La Traviata" im Royal Opera House (eine 'must have seen' Oper, die ich noch nicht kenne. Das hole ich nun endlich nach)
  • 14.1. "One Man, two Guvnors" im Adelphi Theatre (britische Slapstick Komödie. Ist zwar erst im neuen Jahr, aber als Ausblick auch äußerst erfreulich)

Die Royal Albert Hall. Bereits leer ein wahrer Augenschmaus.