Sunday, 6 May 2012

Wechselhaft


Sonne? Regen? Gewitter? Sturm? Abendstimmung? Wenn man das nur wüsste! Hier die Fassade von St. Paul's – letzte Woche aufgenommen. Eindrücklich, finde ich.

Abschied – noch 11 Tage


Nach zwei Wochen Sprachkurs in Brighton ging es per Zug auf in den Südwesten Englands, nach North Devon. Genauer: Brendon near Lyndon. Oder: mitten im Nirgendwo. Wobei die Landschaft wunderschön (Exmoor Nationalpark) und die Luft herrlich sauber und erfrischend ist! Hier ist das Staghunters Inn – das kleine familienbetriebene Hotel, in dem ich fortan lebte und arbeitete. Es war übrigens ein außergewöhnlich schöner Herbst: frisch aber extrem viel Sonnenschein!

Saturday, 5 May 2012

Hello - Your Majesty!

Am letzten Montag machten wir einen Ausflug nach Windsor. Nur 40 Minuten per Zug (inklusive Umsteigen und Wartezeit) außerhalb Londons liegt das älteste noch aktiv bewohnte Schloss (weltweit?). Sozusagen das Wochenendhäuschen der Queen.
Gesagt, getan – um 11 Uhr kamen wir am Bahnhof an (die berühmte Privatschule Eton ist übrigens auch gleich da) und gingen die drei Minuten zum Schlosseingang. Jedenfalls wollten wir das, wurden aber von einer Menschenmasse gestoppt – die Straßen waren auch abgesperrt. Hmmm.... seltsam! Schließlich fragte ich einen Verkehrspolizisten, der dann sagte, dass in 45 Minuten die Queen einen Spaziergang machen werde! Das Schloss sei bis danach geschlossen. Mit nur wenig Wahl beschlossen wir, uns in die Menschenmasse zu stürzen und auf möglichst guten Plätzen auf das königliche Oberhaupt zu warten. Als es dann aber tatsächlich so weit war, sahen wir überhaupt gar nichts von der Queen (die Gute ist schlicht und einfach zu winzig! Wo hat sie bloss ihre Plateauschuhe verstaut?) – nur Hände und Arme, die Kameras in die Höhe hielten und wie wild auf den Auslöser drückten. Aber: einen kurzen Blick auf Prinz Philipp konnte ich tatsächlich werfen! Wer hätte das gedacht: innerhalb von 5 Metern der Queen :-)
Danach machten wir die Schlosstour: Garten und State Apartments und Kapelle. Sehr schön!

Die Queen auf ihrem Spaziergang: hier mein Blickfeld...

Einen Versuch machte ich auch: Kamera hoch und Klick!
Wer ganz genau mit der Lupe guckt, sieht den Oberkörper der Queen (von hinten in einem pink/purple Kostüm) in der Mitte, über den grauen Haaren :-)

Begleitet wurde die Prozedur von einer Blasmusik

Willkommen in Windsor!

Ein außergewöhnlich schöner Tag

Schlosskapelle - nicht gerade bescheiden!
Hier ist übrigens auch Henry VIII mit seiner dritten Frau Jane Seymour begraben.
Sein prunkvolles Grabmal hat er allerdings nie erhalten und muss sich mit einem einfachen Grabstein begnügen.

Turteltauben?

Und die Bärenmützen dürfen natürlich auch nicht fehlen!
Präzision pur.

Wer genau hinsieht bemerkt, dass die Helmriemchen praktisch über den Mund verlaufen, nicht etwa unter dem Kinn entlang!

Das Wetter ist auch in Windsor wechselhaft - wahrhaftig wundersam!
(hehe - eine Alliteration zum Schluss)

Abschied – noch 12 Tage


Zwei Wochen in Brighton - da gab es ein Reise-Wochenende dazwischen. Das nutzte ich aus, um einen Ausflug nach Stonehenge und Bath zu machen. Kalt und windig war es, aber auch sehr eindrücklich. Die uralten Steine, über die man heute immer noch nicht sehr viel weiß konnte man allerdings nur aus der Ferne ansehen und im ehrfürchtigen Kreis mit hunderten von anderen Touristen um sie herumspazieren (natürlich mit Audioguide ausgerüstet). Trotzdem: ein tolles Erlebnis!

Friday, 4 May 2012

Victoria and Albert Museum

Und noch ein Geheimtipp für Regentage: das Victoria and Albert Museum in South Kensington. Während vor dem Natural History Museum die Besucher mit Kind und Kegel 30-60 Minuten Schlange stehen um Einlass zu finden (ehrlich!), spaziert der kluge Besucher gemütlich ins V&A und genießt dort die vielfältigen Exponate. Nach drei Stunden war es uns genug, aber man kann noch viel mehr Zeit drin verbringen und sich – begonnen im Fernen Osten – alles bis zur modernen Theaterwelt anschauen...

Am besten rüstet man sich zu Beginn mit einem Museumsplan aus – denn auf fünf Ebenen mit einigen Seitenflügeln kann es schon mal labyrinthisch zu und her gehen.

Flügelaltar aus der Renaissance, Italien. 

Die Trajan-Säule in zwei Teilen – so groß ist das Museum nämlich auch wieder nicht, aber auch so "mighty impressive" :-) 

Ach ja: und die "Library of Art" ist auch im V&A untergebracht

Abschied – noch 13 Tage


Im Oktober 2010 war ich also zwei Wochen lang in Brighton – und zwar zwei Wochen lang bei strahlend blauem Himmel und schönstem Sonnenschein! Wolken waren eine Seltenheit und den Regenschirm musste ich nicht ein einziges Mal aufspannen. Großbritannien zeigte sich von seiner besten Seite als es mich willkommen hieß. Hier eine Abendstimmung am Strand mit Pier.

Thursday, 3 May 2012

Unterwelt

In der letzten Woche lag ich nicht etwa auf der faulen Haut, sondern habe mit meinen Eltern die letzten mir noch unbekannten Ecken und Enden Londons erkundet :-)

So waren wir am Samstag in den Churchill War Rooms. Was heute ein Teil des Imperial War Museums ist, war die unterirdische Zentrale, wo Churchill während des zweiten Weltkriegs geschaltet und gewaltet hat. Vor allem bei miserablem Regenwetter – wie es leider seit längerem in London ist – sehr empfehlenswert!

Sitzungszimmer, so wie es kurz vor einer Versammlung ausgesehen hat.

Das 'Stille Örtchen' - nur notdürftig, mehrere Meter unter Boden!

Abhörstation? BBC Sendezentrale? Direkte Linie zum Weißen Haus?
Ich weiß es leider nicht mehr!

Und noch eine Kommandozentrale.

Abschied – noch 14 Tage

Heute in zwei Wochen werde ich bereits wieder meine erste Nacht im heimischen Bett in Uster verbracht haben. Mein Auslandsaufenthalt neigt sich nach neunzehn Monaten nun definitiv dem Ende zu. Der Moment für einen Blick zurück ist gekommen, um die vergangene Zeit nochmals Revue passieren zu lassen. Darum gibt es als Abschluss-Countdown nun jeden Tag ein Foto von meiner Zeit in Good Old England.



Am Nachmittag des 10. Oktober 2010 bin ich mit relativ bescheidenem Gepäckumfang (zumindest im Vergleich zu meiner Rückreise!) zum Flughafen Kloten gefahren, um per Flugzeug nach London Heathrow zu fliegen und dann direkt weiter per Bus nach Brighton. Mein ursprünglicher Plan: zwei Wochen Sprachkurs in Brighton, danach fünf oder sechs Monate in einem Hotel arbeiten, natürlich nicht wegen der Arbeit an sich, sondern um mein Englisch zu verbessern.

Wednesday, 25 April 2012

Zum Schmunzeln - Teil 6

Bevor sich meine letzte Arbeitswoche zu Ende neigt, möchte ich an dieser Stelle noch ein paar "schmunzlige" Begebenheiten festhalten.

Manche Schüler machen sich ganz originelle Eselsbrücken um Vokabular zu lernen:

  • das Lametta ('tinsel' auf Englisch) --> "Lametta Tinsel – das klingt wie der Name einer Drag Queen!"
  • der Hobbyraum --> "Oh right: a man cave!"
  • Nach einer Lektion zum Dativ frage ich: "Meint ihr, ihr versteht das Konzept?" Antwort: "Kind of - it's like offside in football, you get the rough concept but not the exact rules". Fußball und Dativ - wer hätte das gedacht!

Dann gibt es jene Schüler, die ein großes passives Wissen haben, aber ab und zu die Wörter verwechseln. Das klingt dann so:
  • Schüler: "In Bristol hat es viele Hummeln." – Ich: "Hummeln?" – Schüler: "Ja!" – Ich: "Hmmm... Bist du dir sicher? Bumblebees?" – Schüler: "Ah nein! Hills" – Ich: "Ach – 'In Bristol hat es viele Hügel.'!"
  • Schüler: "Dieses Wochenende habe ich Freunde eingeladen und koche ein neues Rezept. Ein Hähnchen mit vierzig Eiern." – Ich: "Vierzig Eier?? Wirklich?" – Schüler: "Ja! Es ist französische Küche und das Hähnchen ist ganz lange im Backofen." – Ich denke mir: na ja, ich kenne mich mit der französischen Küche nicht gut aus. Drei Minuten später meint der Schüler: "Eier, sind das 'garlic'?" – Ich: "Nein, garlic ist Knoblauch." Es stellte sich dann heraus, dass er ein Hähnchen mit vierzig Knoblauchzehen zubereitete, nicht in vierzig Eiern ertränkte. Leider kam ich nicht mehr dazu ihn zu fragen, ob das Gericht gelang. Aber gelacht haben wir beide!

Manchmal gibt es auch originelle Übersetzungen. Eine war besonders gut:
Original: "...this wave could tear my head off." (aus einem Zeitungstext über einen Surfer)
Übersetzung vom Schüler: "...diese Welle könnte mir den Haupt abfahren."

Und dann gibt es natürlich die gute alte Verwechslung mit "ei" und "ie" (für englische Muttersprachler ganz schwierig):
  • Im Anfängerkursbuch gibt es eine Speisekarte mit Zwiebelsuppe. Praktisch jeder Schüler liest zuerst "Zweibelsuppe". Ich mache mittlerweile Wetten mit mir selber, wer wohl in die Falle tappt...
  • Und aus einer Fabel mit Hase und Igel; der Igel sagt: "Du mit deinen krummen Beinen, ...". Was liest der Schüler? "Du mit deinen krummen Bienen, ..."!
  • Zudem bereitet das Verb "schreiben" in allen möglichen Formen Schülern von A1 bis C2 Probleme. Es gibt ja auch so viele Möglichkeiten: geschreibt, geschreiben, geschriebt, schreibte, schriebte usw. Und nach einer Woche beginnt das Ratespiel jeweils wieder von Vorne :-)

Und was auch ganz fies ist: englische Wörter in einem deutschen Text. Woher soll der Schüler da spontan wissen, dass man 'Punk', 'Buddy' oder 'Jogging' auch wirklich auf Englisch aussprechen darf? Ach - Deutsch ist schon nicht einfach...

Monday, 23 April 2012

Abschluss

Die letzte Arbeitswoche hat angefangen! Mit einem traurigen und einem lachenden Auge werde ich allen Schülern "Auf (Nimmer-?)Wiedersehen" sagen. Natürlich sollen mich meine SchülerInnen nicht nur in guter, sondern in allerbester Erinnerung behalten: darum erhalten alle echte, originale Schweizer Schoggi! Liebevoll in kleine Säckchen abgepackt. Insgesamt habe ich 3 Kilo Schokolade nach London gebracht :-)

Die Schoggi-Armee noch in der Schweiz "in Bearbeitung"

Und als Nahaufnahme